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aus unserem Archiv vom 15. Juli 2010
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Sag beim Abschied leise "zai jian"

Chinesische Sprache und Kultur sind seine Leidenschaft. An der Universität Trier hat Karl-Heinz Pohl 18 Jahre lang seinen Studenten eine fremde Welt nähergebracht. Jetzt verabschiedet sich der Professor in den Ruhestand.

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Trier. (daj) Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Woche zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach China reist, belegt den hohen Stellenwert, den die deutsch-chinesischen Beziehungen heute einnehmen. Vor vierzig Jahren, als Karl-Heinz Pohl sein Studium der Sinologie begann, lag das Land dagegen noch abgeschottet hinter dem "Bambusvorhang".
 
Es war der Reiz des Fremden, der Karl-Heinz Pohl faszinierte, seit er die "Weisheit des lächelnden Lebens" des chinesischen Autors Lin Yutang gelesen hatte. So wechselte er sein Studienfach - von der Geophysik zur Sinologie. "Mit jedem Schriftzeichen öffnete sich ein Fenster in eine fremde Welt", beschreibt Pohl seine damaligen Eindrücke.
 

Studentenzahlen brachen 1989 massiv ein


 
Seinen Ruf nach Trier trat der gebürtige Saarländer 1992 an, zuvor war er bereits fünf Jahre lang Professor in Tübingen.
 
Es war eine schwierige Zeit für sein Fach. Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking brachen die Studentenzahlen ein, von mehreren Dutzend pro Jahr auf nur noch eine Handvoll. Inzwischen haben sich die Zahlen wieder stabilisiert. "Die Rolle Chinas wird immer wichtiger", glaubt Pohl. Zudem habe das Land die Wirtschaftskrise besser gemeistert als viele andere.
 

Städtpartnerschaft steht kurz vor der Unterzeichnung


 
In den vergangenen Jahren sind die Kontakte zwischen Trier und China immer weiter ausgebaut worden, 2008 gründete sich die Deutsch-Chinesische Gesellschaft, und auf dem Petrisberg wurde das Konfuzius-Institut eröffnet, das Kurse in chinesischer Sprache und Kultur anbietet. Die Städtepartnerschaft zwischen Trier und Xiamen steht kurz vor der offiziellen Unterzeichnung.
 
Für seinen Ruhestand wünscht sich Karl-Heinz Pohl vor allem wieder mehr Zeit für Reisen nach China. Und natürlich will der Verfasser des Buches "China für Anfänger" auch in Zukunft seine Liebe zu Land und Leuten weiter auf vielfältige Weise vermitteln. Fasziniert ist er noch immer: "China lässt sich mit unseren Maßstäben gar nicht richtig messen."
 

 
Informationen zum Sinologie-Studium:  www.sinologie.uni-trier.de
 
Konfuzius-Institut:  www.konfuziusinstitut-trier.de
 
Lektüre:
 
Karl Heinz-Pohl: China für Anfänger (Herder, 2008)
 



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