Autor: Von unserer Mitarbeiterin Dorothee QuaréOrt:DruckenE-Mail
Schöne neue Konsumwelt
Unsere moderne Wegwerfgesellschaft ist vielfach von unkritischem und übermäßigem Konsum geprägt: Das ist zumindest die These einer neuen Ausstellung im Bildungs- und Medienzentrum Palais Walderdorff. Unter dem Titel "Consumo ergo sum? - Ich konsumiere, also bin ich?" will sie aufklären und Lösungen anbieten.
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Bieten Führungen für Gruppen und Schulklassen durch die Ausstellung „Consumo ergo sum?“ an: Kaja Weinandi, Susanne Idems, Sook-Thing Wong, Charlotte Kleinwächter, Thea Sartor (von links). Auf dem Foto fehlt Monika Hanauska. TV-Foto: Dorothee Quaré
Trier. 50 000 Kilometer für eine Jeans - dies bedeutet nicht, dass der Jeansträger Weltenbummler ist, sondern dass eine Jeans vom Baumwolleanbau bis zur Endverarbeitung durchaus ein paar Mal rund um den Globus wandern kann. Kasachstan, Türkei, Taiwan, Polen und die Philippinen sind nur einige der Stationen, die auf der Schautafel im Foyer der Stadtbibliothek Palais Walderdorff aufgezählt werden. Gleichzeitig wird in vielen Ländern für minimalen Lohn gearbeitet: 80 Stunden die Woche bei einem Wochenlohn von 3,25 Euro sind in Bangladesch keine Seltenheit, informiert die Ausstellung. Unter dem Titel "Consumo ergo sum? - Ich konsumiere, also bin ich?" ist sie bis zum 28. November zu sehen.
"Cogito, ergo sum - Ich denke, also bin ich", lautet der berühmte Satz des Philosophen René Descartes (1596 bis 1650), der zum Leitspruch der europäischen Aufklärung wurde. Auch die Ausstellung möchte aufklären: über unkritischen Konsum, Profitgier und die globalen Folgen. Sie greift vier Bereiche des heutigen Lebens auf: Ernährung, Kleidung, Mobilität und Kommunikation - Jeans, Fastfood, Auto und Handy. Sie will provozieren, gibt aber auch praktische Tipps.
Konzipiert wurde die Ausstellung von der Verbraucherschutzzentrale im belgischen Eupen. "Für Verbraucher ist es schwierig, wichtige Informationen über Produkte zu erhalten", sagte Geschäftsführer René Kalfa bei der Eröffnung. Werbung verschleiere die Wahrheit. "Was uns die schöne Welt des Konsums nicht zeigen will, das ist Gegenstand der Ausstellung." Da die Macht der Konsumenten nicht zu unterschätzen sei, solle ihnen Mut gemacht werden: "Umweltbewusstes Handeln muss nicht mit einem Verlust an Lebensqualität verbunden sein."
Grußworte sprachen auch Rudolf Hahn, Leiter der Volkshochschule, Charlotte Kleinwächter, Geschäftsführerin der LA 21, und Roland Horne, Leiter der Landeszentrale für Umweltaufklärung. Musikalisch gestaltet wurde die Vernissage von Henrik Dewes. EXTRA "Consumo ergo sum?": Veranstalter: Stadtbibliothek, VHS und Lokale Agenda 21, unterstützt von der Landeszentrale für Umweltaufklärung und der Jugend- und Kulturstiftung Sparkasse Trier. Öffnungszeiten: montags, dienstags, freitags, 12 bis 18 Uhr, mittwochs 9 bis 13 Uhr, donnerstags 12 bis19 Uhr, samstags 10 bis 13 Uhr, Führungen für Gruppen auch außerhalb dieser Zeiten. Anmeldung und Infos über Begleitveranstaltungen unter Telefon 0651/9917753, www.la21-trier.de. (DQ)
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