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Sicher radeln unter hohen Bäumen

Trierer Tiefbauamt kontrolliert Strecken - Forstamt untersucht Stämme und Äste am Ruwer-Hochwald-Radweg

(Trier/Waldrach/Schweich) Als beim Baumsturz in Trier 2012 ein Mensch ums Leben kam, hat das auch die Behörden in den angrenzenden Verbandsgemeinden (VG) für das Problem sensibilisiert. In der VG Ruwer sollen die Bäume entlang des Ruwer-Hochwald-Radweges regelmäßig durch Forstexperten auf ihre Standsicherheit überprüft werden. In Trier gibt es regelmäßige Begehungen und Baumkontrollen auf Radwegen.

06.01.2016
Friedhelm Knopp und Albert Follmann
Trier/Waldrach/Schweich. Die Standsicherheit von Bäumen ist bei vielen Kommunalverwaltungen stark ins Blickfeld gerückt. Den Anstoß gab das tragische Unglück am Trierer Rautenstrauchpark, bei dem 2012 ein Mensch starb und ein weiterer schwer verletzt wurde.
Für die Verkehrssicherheit auf Radwegen ist in Trier ist nach Auskunft von Pressesprecher Ralf Frühauf primär das Tiefbauamt zuständig. Ihm obliege es auch, die Eigentümer von privaten Flächen auf deren Sicherungspflicht hinzuweisen, falls von ihrem Grundstück Gefährdungen für Radfahrer ausgingen. Sofern öffentliche Flächen an den Weg angrenzten, so Frühauf, müssten die jeweils zuständigen Stellen wie Tiefbauamt, Grünflächenamt oder Forstverwaltung für einen ordnungsgemäßen Zustand sorgen. Neben regelmäßigen Begehungen durch das Tiefbauamt gibt es laut Stadtverwaltung auch Baumkontrollen des Grünflächenamts.
Das besondere Augenmerk der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer gilt dem Ruwer-Hochwald-Radweg. Auf dem rund 15 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Trierer Stadtgrenze und der Grenze zur VG Kell ist die VG Ruwer für die Sicherheit der Radwegnutzer verantwortlich.
Nach immer häufigeren Astabbrüchen und umgestürzten Bäumen entlang des Weges sah die VG-Verwaltung Ruwer dringenden Handlungsbedarf und nahm Kontakt mit der Landesforstverwaltung auf. Mit ihr wurde eine Vereinbarung über eine jährliche Sicherheitskontrolle erarbeitet.

Rechtlich abgesichert


Dazu Bürgermeister Bernhard Busch: "Die Unfallkasse des Gemeinde- und Städtebundes hat den Entwurf geprüft und kam zu dem Schluss, dass die VG Ruwer damit im Unglücksfall rechtlich abgesichert ist. Ausdrücklich geht die Verantwortung aber nicht auf die Forstverwaltung über, sondern bleibt beim jeweiligen öffentlichen oder privaten Grundeigentümer."
Auf Empfehlung des Fremdenverkehrsausschusses stimmte der VG-Rat in der vergangenen Woche dem Vertragsentwurf zu. Künftig sollen auf dem Gebiet der VG Ruwer Experten des zuständigen Forstamts Hochwald einmal im Jahr den Baum- und Waldbestand entlang des Radwegs kontrollieren. Bürgermeister Busch und Forstamtsleiter Bernhard Buss haben die Vereinbarung unterzeichnet. Busch und Buss erläuterten in der Forstverwaltung Dhronecken wichtige Details:
Das Forstamt Hochwald kontrolliert einmal jährlich außerhalb der Vegetationsperiode (also im Spätherbst oder im Winter) im Bereich der VG Ruwer alle Radwegabschnitte, an denen sich ein Baumbewuchs über fünf Meter Höhe befindet. Abgestorbene oder kranke Bäume, die auf den Radweg stürzen könnten, werden mit Sprühfarbe gekennzeichnet und in eine Liste eingetragen.
Stehen Bäume, von denen eine direkte Gefahr ausgeht, auf gemeindeeigenen Flächen, werden sie kurzfristig durch Mitarbeiter der Forstverwaltung gefällt. Bei unmittelbarer Gefahr durch Bäume auf Privatflächen wird die VG-Verwaltung sofort informiert, um alles Weitere mit dem Grundeigentümer abzustimmen. Stellen die Forstamtsmitarbeiter bei den Kontrollen eine direkte Gefahr für die Radwegnutzer fest, sollen sie den betreffenden Streckenabschnitt sofort sperren und die VG-Verwaltung informieren.
Extra
Die Verbandsgemeinde (VG) Schweich verfügt nach Angaben von Büroleiter Wolfgang Deutsch über keinen eigenen Radweg, sondern ist Pächterin der Moselradwege. Für die Sicherheit des Baumbestands zur Moselseite hin ist die Bundeswasserstraßenverwaltung verantwortlich. Der Bewuchs auf der Landseite fällt unter die Aufsicht der jeweiligen Anlieger-Ortsgemeinde. Die VG Kell am See lässt den Baumzustand nach Angaben von Michael Stüber, Bauverwaltung, von einem Wegewart überprüfen. Hinzu kam in diesem Jahr eine Begehung der Wege mit Beratung durch das Forstamt Saarburg. Die Folge waren Pflege- und Rückschnittarbeiten in Zusammenarbeit mit dem Forstamt. Ein spezieller Vertrag mit der Forstverwaltung besteht laut Stüber nicht. In der VG Trier-Land liegt nach Angaben von Sprecherin Christa Heinz die Verantwortung für die Baumstandsicherheit entlang der Radwege grundsätzlich beim jeweiligen Grundeigentümer. In einigen Bereichen - aber nicht flächendeckend - bestehen dazu auch Vertragsvereinbarungen. Forstämter sind nur beteiligt bei Rückschnitten/Fällarbeiten auf Gemeindewaldgrundstücken entlang der Radwege. Rückschnitte und Fällungen gab es in jüngster Zeit am Kylltal-, Sauertal- und Moselradweg. In der VG Konz ist nach Angaben von VG-Sprecherin Birgit Pfaus-Ravida ein Landschaftsgärtnermeister mit der Kontrolle der Bäume und ihrer Standsicherheit beauftragt. Von Gemeindearbeitern werden selbst keine Sicherheitsprüfungen gemacht - sie melden aber Auffälligkeiten an die Verwaltung. Die Baumkontrollen an den Radwegen erfolgen einmal jährlich. Fällungen und Rückschnitte gab es zuletzt im Frühjahr 2015 entlang des Moselradwegs Konz-Trier. In der VG Hermeskeil betrifft das Thema "Bäume entlang von Radwegen" laut Bürgermeister Michael Hülpes nur eine bewaldete Strecke des Ruwer-Hochwald-Radweges auf der Gemarkung Reinsfeld. Wegewart Andreas Ludwig vom Verein vom Verein Erholungsgebiet Hochwald kontrolliert die Gewächse und schneidet sie wenn erforderlich zurück. f.k.

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