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Spitzmühle: Nach dem Fund von Altlasten soll es weitere Bodenuntersuchungen geben

(Trier) Was als Probegrabung begonnen hat, entwickelt sich immer mehr zum Problemfall. Der Parkplatz an der Spitzmühle bleibt weiterhin Sperrzone, nachdem bei Aushubarbeiten Altlasten gefunden wurden. Das weitere Vorgehen soll nun mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) besprochen werden, erklärte Dezernent Thomas Egger gestern Abend vor dem Stadtrat.

15.03.2016
Roland Morgen
Viel Neues war es nicht, was Dezernent Thomas Egger (SPD) am Dienstagabend auf die gemeinsame Anfrage von CDU und Grünen zum Sachstand Spitzmühle sagen konnte. Fest steht aber: Das Areal bleibt weiterhin gesperrt. Der Platz, auf dem 115 PKW parken können, werde "frühestens Ende Mai" wieder freigegeben.

Im Dezember hatte sich Egger noch optimistisch gezeigt, dass die Freigabe Ende Januar erfolgen könnte. Doch seither hat sich nichts getan an der Spitzmühle. Weder wurden die ausgehobenen Gruben wieder verfüllt noch das aus Lohegruben stammende belastete Material entsorgt.

Das solle nun aber bald geschehen. Das in blauen Containern gelagerte kontaminierte Erdreich werde in einer Verbrennungsanlage in Herne entsorgt.

Den Stillstand der vergangenen Monate begründete Egger mit "sehr zeitaufwendigen Abstimmungen". Hoffnungen, dass es nun schneller gehen könnte, machte er nicht. Am Donnerstag steht die nächste Abstimmungsrunde an, und zwar mit der SGD Nord. Dabei beraten wird das Ergebnis der Erkundung durch ein Ingenieurbüro, das 13 "Kontaminationsverdachtsflächen" an der Spitzmühle ausgemacht hat. Laut Egger geht es nun darum, Art und Umfang weiterer Untersuchungen festzulegen; "Erst nach Vorlage der Untersuchungsergebnisse kann über eine mögliche Altlastensanierung diskutiert und ein Bodengutachten gezielt beauftragt werden.

Vorläufig keine Grabungen

Die Archäologen des Landesmuseums sind derweil völlig außen vor: "Es wurde vereinbart, die archäologischen Grabungen bis auf weiteres ruhen zu lassen."

Egger hält offenbar weiter an der Spitzmühle als möglichem Feuerwehrstandort fest. Die beiden Alternativen altes Polizeipräsidium und städtisches Gelände Löwenbrückener Straße seien nach jetzigem Stand immer noch weniger geeignet. Zudem, so antwortete der Dezernent barsch auf einen Frage von CDU-Ratsmitglied Thorsten Wollscheid, "ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um über Grundsatzfragen zu diskutieren".
Chronik
Um 1970: Die 80 Jahre alte Lederfabrik Hermann Simon wird abgerissen. Die Stadt nutzt das ehemalige Fabrikgelände später als Parkplatz.
21. Juli 2015: Der Parkplatz wird gesperrt, um Tiefbauarbeiten vorzubereiten. Archäologen des Landesmuseums sollen zwei Referenzflächen auf antike Hinterlassenschaften untersuchen. Falls Reste des gallisch-römischen Tempelbezirks gefunden werden, dürfte das Areal nicht mehr als Standort für die neue Feuerwache infrage kommen.
31. Juli 2015: Die Aushubarbeiten beginnen - und werden am gleichen Tag aus Sicherheitsgründen wieder eingestellt, nachdem Altlasten ans Tageslicht gekommen sind.
Herbst 2015: Das Robert-Koch-Institut untersucht Bodenproben nach Milzbrandsporen. Ergebnis: negativ. Jedoch wird "generelles Verdachtspotenzial an anderen Stellen" nicht ausgeschlossen.
25. November 2015: Die Stadt beauftragt eine Spezialfirma mit weiteren Untersuchungen.
17. März 2016: Die Stadt will mit der SGD das weitere Vorgehen abstimmen.

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