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Stadt Trier stopft das letzte Loch: Baudezernent will Zugang zu ehemaliger Unterführung verschließen

(Trier) Vor rund 50 Jahren sind die ersten Trierer unter der Kreuzung an der Porta Nigra durchgelaufen, um von der Paulinstraße in die Innenstadt zu gelangen. Vor rund zehn Jahren wurde die Unterführung stillgelegt. Nun will die Stadt den letzten Zugang verschließen. Eine TV-Leserin hatte sich beschwert.

10.02.2016
Andrea Weber
Trier. Touristen und Trierer, die das Hotel Zum Christophel nach einem Restaurantbesuch oder einer Übernachtung verlassen, haben keinen schönen Ausblick. Sie schauen auf eine Strohmatte an einem Bauzaun. Der versperrt den letzten nicht mehr genutzten Zugang zur 2006 stillgelegten Unterführung zwischen Porta Nigra (die seit 30 Jahren Weltkulturerbe ist) und Paulinstraße. Diesen will die Stadt nun nach zehn Jahren verschließen, teilt Hans-Günther Lanfer vom Presseamt Trier mit.
TV-Leserin Irene Dietz hatte sich über das "Loch" vor dem Hotel Zum Christophel beschwert. Sie findet, dass dieser Bereich neben dem ältesten Stadttor Deutschlands dringend verschönert gehört.

Das sieht auch die Stadt so. Baudezernent Andreas Ludwig wolle das Problem bald lösen, kündigt Lanfer an. Die Treppenanlage im Bereich Christophel werde analog zur Rampe an der Ecke Paulinstraße/Porta-Nigra-Platz fachtechnisch verschlossen. Der dadurch gewonnene Platz werde gestalterisch aufgewertet.
2008 hatte der damalige Pächter des Hotels Zum Christophel, Markus Schröder, angeboten, den Zugang auf eigene Kosten abzudecken. Laut einem Vertrag mit der Stadt vom 8. April 2009 hätte er diese Fläche in die Terrasse des Restaurants integrieren dürfen. Diese Pläne seien nicht umgesetzt worden, weil die Stadt damals zur Auflage machte, dass der Zugang regelmäßig für die Zeit der ADAC-Rallye wieder geöffnet würde, sagt Markus Schröder, damit die Zuschauer auch unterirdisch in die Paulinstraße gelangen könnten. "Das wäre dann viel teurer geworden. Deshalb hat sich das verlaufen", sagt der ehemalige Pächter, der das Hotel Zum Christophel im Juni 2015 aufgab.

Bereits 2005 hatte die Stadt oberirdische Überwege an der Kreuzung von Simeon- und Paulinstraße sowie des Porta-Nigra-Platzes und der Nordallee angelegt. Dadurch erschien die Unterführung verzichtbar. 2006 wurde der erste von sechs Zugängen ausgangs des Grünstreifens der Theodor-Heuss-Allee verfüllt und bepflanzt. Seit 2007 dient die ausgemusterte Fußgängerunterführung in der Touristensaison von Mai bis Oktober als Fahrrad-Tiefgarage, in der auch Räder ausgeliehen werden können. Damit sind die Zufahrt zur Unterführung von der Porta Nigra aus und der Zugang zur Tiefgarage des Mercure-Hotels die einzigen, die weiterhin genutzt werden.
Anfang 2011 verschloss die Stadt die beiden Zugänge an der Ecke Porta-Nigra-Platz/Paulinstraße und auf der anderen Straßenseite in der Paulinstraße. Am Porta-Nigra-Platz wurden der Fußgängerweg verbreitert und ein Grünstreifen angelegt.

Nun wird also das letzte Loch gestopft. Da die Gestaltung aber erst geplant werden müsse, könne noch kein genauer Zeitpunkt genannt werden, heißt es beim Presseamt.
Extra
Autos oben, Fußgänger unten: Die in den 1960er Jahren eröffnete Porta-Unterführung entspach dem damaligen Zeitgeist verkehrsgerechter Städte. Immerhin war die Unterführung nutzerfreundlich gestaltet: Läden (später auch mobile Verkaufsstände) und Vitrinen flankierten den Fußweg. Der Zeitgeist wurde rauer. In der Unterführung gab es regelmäßig Glasbruch, zum Vandalismus gesellten sich häufige Überfälle auf Passanten. Als der unterirdische Fußweg dichtgemacht wurde, hatte Trier immwerhin einen Angstraum und ein Ärgernis weniger. rm.

 

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