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Starkes Bekenntnis zu einem bunten Trier: 1000 Menschen ziehen durch die Innenstadt

(Trier) Trotz kalten und verregneten Wetters haben 1000 Menschen mitgemacht: „Trier für alle“ am Montagabend war die bislang größte Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz in der Stadt. Dossier zum Thema: Topthemen

26.01.2015
Rainer Neubert
„Say it loud, say it clear - refugees are welcome here!“ Dieser hundertfach skandierte Spruch, der Flüchtlinge willkommen heißt, hallte am Montagabend durch Trier. Es waren mindestens 800, wie die Polizei schätzt, aber eher 1000 Menschen, die sich der friedlichen Demonstration „Trier für Alle“ anschlossen. 

Die Idee zu der Kundgebung kam von einigen Studenten. Es war deren Idee, auf die Facebook-Seite von Pegida-Trier mit einer eigenen Meinungsplattform zu antworten. „Innerhalb weniger Tage hatten wir 3000 Likes“, sagt der Jens Weisbrot. „Da war für uns klar, dass wir einfach noch mehr machen mussten.“ Weisbrot ist einer von zehn engagierten Menschen, die mit weiteren Helfern die Demonstration auf die Beine gestellt hat, Plakate und Transparente malte und sich schon im Vorfeld über die große positive Resonanz freuten. 

Als am Abend dann eine zunehmend große Schar von Menschen vom Bürgerhaus Trier-Nord zur Porta Nigra und von dort durch die Innenstadt zog, war allen die Begeisterung anzumerken. „Wir sind politisch nicht organisiert, sondern Freunde und Bekannte“, sagt Weisbrot. Entsprechend war es auf der Facebook-Seite zu lesen. „Wir möchten mit Menschen verschiedenster Nationalitäten, Herkünfte und weltanschaulicher Überzeugungen gemeinsam auf die Straße gehen. Wir möchten diesen potenziell trennenden, identitären Zuordnungen kein Gewicht geben und uns vor allem als solidarische Menschen verstehen. Deshalb möchten wir weder Symbole von Nationen oder religiösen Überzeugungen noch Parolen auf der Demo.“
Das mit den Parolen funktionierte nicht ganz, aber einseitig politisch gefärbte Statements und Fahnen hielten sich stark in Grenzen. „Pegida? Läuft nicht in Trier! Diese Stadt sind wir alle!“ So lautete der Leitspruch für die bunte Prozession für eine weltoffene Gesellschaft, die um 21 Uhr ohne Zwischenfälle mit einer Kundgebung endete.

Das Gerücht, auch Befürworter der Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands) würden sich versammeln, bestätigte sich nicht.

Grund zum Protest werden viele der Demoteilnehmer von Montag aber auch Dienstag haben. Für den Abend des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus hat die NPD eine Kundgebung vor dem Rathaus angemeldet. Das Motto: „Für Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit – gegen städtische Versammlungsverbote am 27. Januar“. 

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