Manchmal dauert es eben ein bisschen länger: Obwohl die Stadtverwaltung bereits 2005 eine elektronische Stechuhr zur Erfassung der Arbeitszeiten angeschafft hat, ist bislang weniger als die Hälfte der gut 1200 Mitarbeiter an dieses System angeschlossen. Die übrigen erfassen ihre Anfangs- und Schlusszeiten immer noch eigenhändig per Eintrag in Erfassungsbögen.
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Trier. "Vorsintflutlich" sei es, dass rund 600 der gut 1200 Mitarbeiter der Stadtverwaltung ihre Zeiten von Arbeitsbeginn und -ende immer noch eigenhändig in Computerformulare eintragen müssten, schimpft eine Angestellte der Stadtverwaltung Trier, die lieber nicht genannt werden will. Viel Arbeitszeit koste das manuelle Aufzeichnen der Dienst- und Pausenzeiten. Zudem würden die Eintragungen nur stichprobenartig überprüft und es drohten Übertragungsfehler beim Zusammenzählen der Arbeitsstunden seitens der Personalabteilung.
Unter anderem um diese Vorgänge zu automatisieren, hatte die Stadtverwaltung bereits 2005 für rund 150 000 Euro ein computergesteuertes Stechuhrsystem angeschafft. 2005 seien allerdings die Arbeitszeitenbestimmungen für Beamte neu geregelt worden. "Diese gravierenden Änderungen mussten im Rahmen der Einführung der elektronischen Zeitwirtschaft bei der softwaretechnischen Umsetzung berücksichtigt werden", erklärt Rathaussprecher Ralf Frühauf, warum sich die Inbetriebnahme des Systems verzögerte. "Zeitintensiv" seien zudem die Verhandlungen mit dem Personalrat gewesen, sagt Frühauf und meint damit eine Spanne von fünf Jahren. Denn erst im Mai 2010 haben Personalrat und Verwaltungsspitze die entsprechende Dienstvereinbarung unterschrieben.
Mitarbeiter verärgert
Danach wurde sukzessive begonnen, einzelne Ämter an das System anzuschließen. Ärger gibt es allerdings offenbar immer noch. Zum Beispiel haben sich Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeiten noch händisch aufzeichnen, darüber beschwert, dass die anderen Kollegen im Vorteil seien. Immerhin beginne für die die Arbeitszeit unmittelbar, nachdem sie das Gebäude betreten und sich an der elektronischen Stechuhr anmelden würden. Bei allen anderen Mitarbeitern zählten dagegen die Minuten, die vergehen, bis man in seinem eigenen Büro angelangt ist und den Computer hochgefahren hat, nicht als Arbeitszeit.
Ende 2012 wird diese Ungerechtigkeit wohl der Vergangenheit angehören. Sieben Jahre nach dem Kauf sollen dann endlich alle Ämter und Mitarbeiter an das System angeschlossen sein.
Dass sich durch die Stechuhr die Zahl der Überstunden - im Beamtendeutsch Mehrarbeitszeit - reduziert, glaubt die Verwaltung übrigens nicht: "Das elektronische System ist kein Kontrollsystem, sondern ein im öffentlichen Bereich und in Betrieben übliches Verwaltungsprogramm, um die Arbeitszeit, Urlaubsverwaltung, Fehlzeitenverwaltung, dienstliche Abwesenheitszeiten und unregelmäßige Arbeitszeiten - zum Beispiel bei der Feuerwehr - in einem einzigen Programm zusammenzuführen, um damit die unterschiedliche Datenhaltung abzubauen und die Steuerung zu erleichtern", erklärt Rathaussprecher Frühauf. Im Haushaltsjahr 2012 sind 90,6 Millionen Euro für Lohn und Pensionen städtischer Mitarbeiter eingeplant.
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