Die Kultur- und Ehrenpreise der Stadt Trier sollen ein neues Gesicht bekommen. Studenten der Fachhochschule haben ihre Entwürfe vorgestellt. Der Kulturausschuss berät in seiner nächsten Sitzung über den Sieger.
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Leicht machen es die Studierenden der Fachjury nicht. Anita Burgard (von links), Hermann Kleber, Gabriele Lohberg, Lydia Oermann, Dieter Sommer und Thomas Egger beraten sich eine halbe Stunde, bis sie entschieden haben, welche beiden Entwürfe dem Kulturausschuss in seiner Sitzung im August für eine entgültige Entscheidung vorgelegt werden. TV-Foto (4): Friedemann Vetter, Frank Auffenberg (3)
Trier. Was ist unverwechselbar mit Trier zu verbinden? Die Römer? Die Mosel? Zehn Studenten der Fachhochschule Trier stellten sich diese Frage im Rahmen einer Semesterarbeit des Fachbereichs Gestaltung. Sie wurden für ein Kooperationsprojekt mit der Stadt Trier damit beauftragt, einen neuen Kulturpreis für Trier zu entwerfen. "Das Ziel war ein Preis, der sich von anderen deutlich unterscheidet und gleichzeitig einen unverkennbaren, nicht verwechselbaren Bezug zur Stadt Trier aufbaut", erklärt die Professorin für Kommunikationsdesign, Anita Burgard. In den Entwürfen sollte die Gestaltung einer Siegerurkunde, einer Anstecknadel und einer Art Pokal berücksichtigt werden.
Schlüssig und beeindruckend
Gestern traf sich eine vom Kulturbüro bestellte Fachjury. Sie sichtete die zehn Wettbewerbsvorschläge und kürte eine Endauswahl, die dem Kulturausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch, 15. August, vorgelegt wird. "Ich finde es spannend, dass die meisten Vorschläge Bezug auf die römische Vergangenheit der Stadt nehmen", merkte Kulturdezernent Thomas Egger während der Besichtigung an. Etwa eine halbe Stunde beriet er mit Burgard, Hermann Kleber, kulturpolitischer Sprecher der FWG, Lydia Oermann, Vorsitzende der Gesellschaft für Bildende Kunst (für die SPD), der Leiterin der Europäischen Kunstakademie, Gabriele Lohberg, sowie dem Trie rer Künstler Dieter Sommer.
"Sie haben es uns wirklich nicht leichtgemacht", lobte Egger die Studenten. "Alle Vorschläge berücksichtigen unsere Anforderungen." Sie seien jeder auf seine Weise schlüssig und beeindruckend, zwei Favoriten wären trotzdem schnell ausgemacht gewesen. Dem Kulturausschuss werden die Konzepte von Robbin Gross und Almut Schmitt vorgelegt.
Gross lies sich für seinen Entwurf von römischen Moselschiffen inspirieren. Ein stilisiertes goldenes Segel ruht auf einem hölzernen Sockel. "Wir sitzen alle im selben Boot", sei die erste Assoziation vor allem der Künstler in der Jury gewesen, sagte er.
Herausragend sei auch Schmitts Vorschlag, so die Jury. Schmitt entwarf einen Preis, der eine stilisierte Baumscheibe darstellt. Die Designerin erklärte: "Die Vorlage dafür stammt aus der Römerbrücke, der nachgewiesen ältesten Brücke Deutschlands. Anhand der Scheibe konnte das Alter der Brücke exakt bestimmt werden." Die Arbeit zeige etwas, das es wirklich nur hier bei uns gibt, merkte Egger an.
Obwohl sie es nicht in die Endauswahl geschafft haben, hob die Jury Julia Merz und Andreas Heinrichs Vorschläge hervor. Merz habe mit ihrem Entwurf eines goldenen Lorbeerstraußes das alte römische Siegersymbol des Kranzes neu und interessant interpretiert.
Heinrichs Entwurf, eine Büste des ersten Trierer Kulturdezernenten Erwin Zenz, begeisterte ebenfalls. "Gerade ich finde die Idee natürlich charmant, meinen Vorgänger so zu ehren", sagte Egger. Letztlich habe die Jury aber befürchtet, dass der Preis zu eng mit Zenz und seinem Wirken verbunden werden könnte und das als Problem gesehen.
Julia Merz hat sich vom Lorbeerkranz der Römer inspirieren lassen: Er sei das klassische Symbol einer besonderen Ehre und Auszeichnung. Seine immergrünen Blätter stünden ebenso für Beständigkeit wie Unsterblichkeit. Als Zweig oder Strauß symbolisiere er Wachstum und Kraft und zeige, dass etwas in der Gesellschaft wachsen könne.
Römische Moselschiffe standen Pate für den Entwurf von Robbin Gross. Er ließ sich von ihrer Kraft und Größe inspirieren und sieht sie als Symbol für Energie, Antrieb und den Aufbruch zu neuen Ufern. Gleichzeitig stünde das Schiff für die Gemeinschaft, sagt Gross. Im hölzernen Sockel lässt er drei dunkle Stäbe ein. Sie stehen sinnbildlich für die Verzahnung der Gesellschaft.
Almut Schmitt hat für ihren Preisentwurf eine Baumscheibe zur Vorlage genommen. Das Original stammt aus den Pfeilern der Römerbrücke. Mit seiner Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass sie die älteste Brücke Deutschlands ist. Schmitts Idee verweist sowohl auf die Pfeiler als Stützen als auch auf Brücken als etwas Verbindendes und Zusammenführendes.
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