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Studium mit Jobgarantie

Die Aussichten für Wirtschaftsinformatiker sind zu schön um wahr zu sein, ein Ansturm auf das Fach bleibt aber aus. Ein Grund mehr, es in Trier zu studieren, finden die Fach-Professoren von der Trierer Uni.

22.12.2010
Von unserem Mitarbeiter Frank Goebel
Trier. Ralph Bergmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Trier, kann für seine Fachrichtung Erfreuliches verkünden: "Als Wirtschaftsinformatiker haben Sie derzeit quasi eine Jobgarantie." Einer aktuellen Studie des Branchenverbandes Bitkom zufolge ist die IT- und Telekommunikationsbranche heute nach dem Maschinen- und Anlagenbau der zweitgrößte Arbeitgeber in der deutschen Industrie. Jede zweite High-Tech-Firma sucht qualifizierte Mitarbeiter, rund 28 000 Stellen sind bundesweit frei: "Der Bedarf wird durch die Absolventen bei Weitem nicht gedeckt", bestätigt Bergmann. Gerade in Trier, wo fürs Regelstudium keine Gebühren anfallen, sollte man bei so rosigen Aussichten einen Ansturm auf die Studienplätze erwarten. Doch es bleibt erstaunlich ruhig an der Informatikerfront - um den studentischen Nachwuchs zu erreichen, muss erst ein wenig getrommelt werden. "Aber das ist ein bundesweites Problem bei den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern", sagt Bergmann. Offenbar ist die Hemmung vor einem als sehr theoretisch und formelhaft vorgestellten Fach groß.
 
Zu groß, findet Dr. Mirjam Minor: "Das Fach ist gar nicht so schwer, wie allgemein gedacht wird", macht sie Mut und räumt auch gleich auf mit dem Bild vom Informatiker als weltfremdem Sonderling: "Man sitzt nicht im Kämmerchen und tippt etwas vor sich hin, sondern man muss raus, mit den Firmen und Menschen reden, um seine Konzepte zu entwickeln. Und gerade durch den engen Praxisbezug zu den Firmen ist das Studium hier durchaus anschaulich."
 
Auch Dr. Axel Kalenborn betont den engen Draht zu den Firmen - vor allem nach Luxemburg, wo das deutsche Einstiegsgehalt für Informatiker von rund 38 000 Euro gerne noch getoppt wird: "Da sitzen ja einige IT-Schwergewichte, die auch enormen Bedarf haben, wie Amazon oder die Deutsche Bank. Und zu vielen haben wir ganz lange, gewachsene Beziehungen."
 
Vor einigen Monaten bezeichnete die "Wirtschaftswoche" den Studiengang in Trier gar als "unbekannte Perle" und lobte ausdrücklich die schon rein numerisch traumhafte Konstellation von einer Lehrkraft auf acht Studenten. "Hier erlebt man kein Massenstudium, wie es auch in Trier teilweise in anderen Fächern der Fall ist", sagt Kalenborn. "Wir sind ein recht junges Team und haben keine so großen Studierendenzahlen - und damit die Möglichkeit, die Studenten gut zu betreuen."
 
Technisch sei man ebenfalls gut gerüstet, etwa mit dem Rechnerpool, der kürzlich neu ausgestattet wurde. Aus Mitteln des in der Wirtschaftskrise initiierten Investitionspakets wurden 48 Rechner samt Flachbildschirmen und aktueller Software angeschafft. Auch im Professorenteam gibt es eine "Neuanschaffung": Als Nachfolger auf den Lehrstuhl von Professor Dr. Hans Czap, der vor 25 Jahren das Studienfach Informatik an der Universität aufgebaut hat, ist Professor Dr. Ingo Timm an die Mosel gekommen.
 
Der 37-Jährige hat zuvor an der Goethe-Universität in Frankfurt gearbeitet. Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre liegen etwa in Planungs- und Steuerungssystemen für die Logistik und verteilter künstlicher Intelligenz. Darunter fällt, da ist er in Trier sicher an der richtigen Wirkstätte, auch die Optimierung von Ampelschaltungen.
 
Derzeit zählt die Wirtschaftsinformatik 139 Studierende (davon elf Prozent Frauen), die von zwei Lehrstühlen betreut werden. Nicht mehr als 50 Studenten werden pro Semester neu aufgenommen.
 
Die Einschreibung fürs Sommersemester 2011 ist noch bis zum 18. März 2011 möglich - auch online unter der Adresse  www.wi.uni-trier.de.
 

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