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aus unserem Archiv vom 26. Januar 2009
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Telefonieren mit der Vergangenheit

27. Januar 2010: Eine schwarze Telefonzelle steht auf dem Trierer Hauptmarkt. Wer hineingeht und den Hörer abnimmt, kann Erinnerungen lauschen; Erinnerungen an den Holocaust und die Schrecken des Nationalsozialismus. Die Aufnahmen produziert Jan-Christoph Krug vorab. Deshalb ist er auf der Suche nach Menschen, die von ihren Erlebnissen berichten möchten.

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Trier. (mehi) Die Zeit heilt Wunden - doch nicht alle. "Als ich im November in Italien war, hat eine Zehnjährige erzählt, dass alle Deutschen Mörder seien", sagt Jan-Christoph Krug. Denn in Europa seien die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht vergessen.
 
Er selbst sei in Auschwitz gewesen, und doch könne er sich das Unfassbare nicht vorstellen. Wie war es, den Holocaust und die Aufmärsche hautnah mitzuerleben? Und die Bombenangriffe?
 
Krug will diejenigen zu Wort kommen lassen, die das selbst erlebt haben. Start für sein Projekt mit den historischen Spurensammlern ist Dienstag, 27. Januar: der nationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Und genau ein Jahr später, am 27. Januar 2010, soll eine schwarze Telefonzelle auf dem Hauptmarkt stehen. Dort werden die Geschichten der Augen- und Ohrenzeugen zu hören sein. Krug: "Man steht in der Zelle und lauscht, wie jemand erzählt."
 
Die Menschen, die in sein Aufnahmegerät sprechen, "müssen keine Angst haben, die typischen Kinderfragen gestellt zu bekommen", versichert Krug. Vielmehr sollen sie in entspannter Atmosphäre aus ihrer Sicht das damals Erlebte schildern. "Wir werten nicht, und die historische Richtigkeit ist uns nicht wichtig", sagt der 34-Jährige.
 
Vielmehr sollen die Geschichten unkommentiert wiedergegeben werden. "Die Zuhörer sollen sich eine eigene Meinung bilden."
 
Die Idee zu diesem Projekt sei rund drei Jahre alt, sagt Krug. Damals habe er mit Pfarrer Michael Bollig von der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) gesprochen, der Kontakt zu Augen- und Ohrenzeugen gehabt hatte.
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