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Tod einer Obdachlosen: Heute Urteil im Trierer Totschlagsprozess möglich

Der Prozess am Landgericht Trier um den gewaltsamen Tod einer Trierer Obdachlosen könnte heute zu Ende gehen. Ob die Kammer bereits heute ein Urteil fällt, ist noch unklar. Angeklagt sind zwei 32 und 43 Jahre alte Männer wegen Totschlags beziehungsweise Beihilfe dazu.

15.02.2016
Marcus Hormes
Am heutigen Verhandlungstag stellte Dr. Ingo Baltes, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zunächst sein Gutachten zum 43-jährigen Angeklagten vor. Bei dessen Festnahme nach der Tatnacht hatte er einen Alkoholwert von 3,14 Promille im Blut. Der Gutachter schloss eine mittelschwere Alkoholintoxikation und damit eine erhebliche Einschränkung des Steuerungsvermögens zum Zeitpunkt der Tat nicht aus. Die Frage ist entscheidend für ein mögliches Vorliegen verminderter Schuldfähigkeit, die sich bei der Urteilsfindung strafmildernd auswirken kann.

Die Voraussetzungen zur Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus sieht Baltes nicht erfüllt, da der Angeklagte nicht psychisch krank sei. Der Gutachter empfiehlt jedoch therapeutische Unterstützung, da der Angeklagte alkoholkrank sei.

Die Verhandlung wird mit dem Gutachten zum 32-jährigen Angeklagten fortgesetzt, der im Lauf des Prozesses gestanden hat, die 43-jährige Frau im Streit mit Schlägen und Tritten angegriffen zu haben. Danach sollen die Plädoyers folgen.

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