Trier begrüßt seinen Ruder-Olympiasieger Richard Schmidt
Großer Bahnhof für Triers Goldjungen Richard Schmidt. Viele Fans haben dem Ruderer gestern Nachmittag auf dem Trierer Hauptmarkt zu dessen Olympiasieg gratuliert. Bei einem Empfang ließ er die Gänsehaut-Momente nochmals Revue passieren. Am Abend trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
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Zweimal Gold, aber nur einmal olympisches: Olympiasieger Richard Schmidt (links) wird vom Trierer OB Klaus Jensen (mit Amtskette) in Triers "guter Stube", auf dem Hauptmarkt, empfangen.
Foto: Alexander Houben
Autogrammstunde mit Richard Schmidt in der Trierer Volksbank.
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"Wo ist eigentlich meine Goldmedaille?" Während Richard Schmidt bei einer Autogrammstunde in der Volksbank-Filiale am Viehmarkt eifrig die nach seinem Olympiasieg neu erstellten Karten signiert, geht sein besorgter Blick in die Runde. Keine Angst - sie ist nicht weg. Doch sein "Kind" lässt Schmidt seit dem 1. August, seit seinem Sieg mit dem Ruder-Achter bei den Spielen in London, nur selten aus den Augen. Zu wertvoll ist für ihn der ideelle Wert des Edelmetalls.
Wie viel ihm der Olympiasieg bedeutet, wurde am gestrigen Tag nochmals deutlich. "Der Druck war riesengroß. Doch wir haben ihm widerstanden. Es war echt phänomenal. Das Rennen werde ich mein Leben lang nicht vergessen", sagte Schmidt, der sich darüber freute, bei der Rückkehr in seine Heimatstadt Trier viele bekannte Gesichter zu sehen. Zum Beispiel ehemalige Mitschüler. Seinen Onkel. Oder auch Matthias Woitok und Heinz Morgen aus seinem Heimatverein RV Treviris Trier.
Jetzt, nach dem Ende des England-Abenteuers, bleibt Zeit, um etwas zur Ruhe zu kommen. Um durchzupusten nach den sportlichen Anstrengungen und dem Feier-Marathon. Am besten kann Schmidt das zu Hause in Trier bei seinen Eltern. Eine knappe Woche wird er mit seiner Freundin Miriam an der Mosel entspannen können. Gleichzeitig nimmt er aber auch Sponsoren- und Medientermine wahr.
Bei einem Empfang für die Bevölkerung auf dem Trierer Hauptmarkt kommentierte Schmidt gestern Nachmittag nochmals das Olympia-Finale auf dem Dorney Lake, das auf einer Videoleinwand gezeigt wurde. Unter den zahlreichen Gratulanten brandete großer Applaus auf, als der deutsche Achter als Erster die Ziellinie überquerte. "Zwischendurch war es richtig eng und hart. Da hatte ich schon gedacht: Warum ist jetzt nicht Schluss?!", gestand Schmidt dem Moderator auf der Bühne, TV-Redakteur Alexander Houben.
Schmidt bestätigte, bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro weitermachen zu wollen. Zuerst allerdings steht das Studium im Mittelpunkt, was auch seine stolzen Eltern freut. Im nächsten Frühjahr will der Student des Wirtschaftsingenieurwesens an der Universität Dortmund seinen Bachelor-Abschluss machen. Danach möchte er den Master sowie eventuell einen Auslandsaufenthalt anstreben.
Welch hartes Training das Rudern erfordert, spürten Oberbürgermeister Klaus Jensen ("Für die Stadt ist sein Erfolg ein Riesending.") und Norbert Friedrich aus dem Vorstand der Volksbank Trier, für die Schmidt als Markenbotschafter auftritt. Auf Ruder-Ergometern mussten sie eine 200-Meter-Strecke zurücklegen. Nach gut 40 Sekunden hatten es beide geschafft - und sie waren völlig aus der Puste. Schmidts Kommentar zur gezeigten Leistung: "Das war ganz okay."
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