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Trierer Klinik schickt 83-Jährigen nachts im Schlafanzug mit Taxi nach Hause

(Trier/Bitburg) Nach Stunden in der Notaufnahme im Trierer Brüderkrankenhaus ist Ende Januar ein 83-Jähriger aus Bitburg von dort aus mitten in der Nacht nach Hause geschickt worden – im Schlafanzug mit dem Taxi. Die Klinik entschuldigt sich.

17.02.2016
Bernd Wientjes
Johann Klein denkt noch mit Schrecken an die Nacht zum 29. Januar. Der 83-Jährige aus Bitburg ist am Abend zuvor in seiner Wohnung bewusstlos geworden. Seine Frau hat den Notarzt gerufen, der den Mann nach Trier ins Brüderkrankenhaus gebracht hat.

In der Klinik sei er wieder zu sich gekommen und habe bemerkt, dass man ihn in der Notaufnahme an ein Überwachungsgerät angeschlossen habe, erzählt er dem Volksfreund. Irgendwann sei er mit dem Bett auf den Flur geschoben worden, wo nichts mehr passiert sei. Niemand habe mit ihm gesprochen: „Ich habe gedacht, die bringen mich auf ein Zimmer“, sagt Klein. Stattdessen sei gegen 1 Uhr in der Nacht ein Arzt oder Pfleger zu ihm gekommen und habe zu ihm gesagt, er könne nach Hause fahren.

„Ich habe gesagt, dass ich aus Bitburg bin und niemanden habe, der mich abholen kann.“ Da habe er zur Antwort bekommen, das sei sein Problem. Man habe ihm ein Taxi bestellt und er habe sich – im Schlafanzug, den er seit seiner Einlieferung getragen habe – nach Hause fahren lassen. „Das ist ein Unding“, ärgert sich Klein.

Klinik-Sprecherin Anne Britten bestätigt die Ereignisse. Sie spricht von einer „unglücklichen Situation“ und von Kommunikationspannen. Es stimme, dass der Mann mehrere Stunden auf dem Flur gelegen habe. Die Ärzte hätten auf das Ergebnis einer Blutuntersuchung gewartet. Danach sei klar gewesen, dass keine Behandlung notwendig sei. Es sei aber auch kein Bett mehr frei gewesen.

Mittlerweile habe man sich bei dem Mann entschuldigt, sagt Britten. Man nehme den Vorfall zum Anlass, die Abläufe in der Notaufnahme zu überprüfen.

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