Das hat es in Trier noch nicht gegeben: Promis aus Politik, Kultur und Sport trafen sich im Aufnahmestudio, um eine Hör-CD mit Trierer Märchen, Sagen und Geschichten aufzunehmen. Der Erlös des Projekts kommt dem Kinderschutzbund zugute.
Podcast
Fotostrecke
Gemeinsame Märchenstunde: Helmut Leiendecker (links) und Thomas Kiessling haben, wie zahlreiche andere Prominente, eine Hör-CD mit Trierer Märchen, Sagen und Geschichten aufgenommen. TV-Foto: Dieter Lintz
Trier. (DiL) So viel Betrieb herrscht selten im kleinen Aufnahmestudio der Firma Audiobits im Gründerzentrum auf dem Petrisberg. Gerade sind Mundart-Sänger Helmut Leiendecker und Tenor Thomas Kiessling eingetroffen, um ihre Texte für die CD "Trierer Märchenstunde" einzusprechen. "Super-Idee", meint Leiendecker, der nicht nur als Leser, sondern auch als Autor beteiligt ist. Kiessling muss sich derweil kurzfristig einen neuen Text aneignen, weil er zu Hause den falschen vorbereitet hat. Kein Problem für einen erfahrenen Mikrofon-Profi.
Die Idee, Trierer Märchen, Mythen und Legenden in gesprochener Form vorzulegen, entstand vor ein paar Monaten. Schnell fanden sich der Kinderschutzbund und das Jung-Unternehmen Audiobits zusammen und machten sich auf die Suche nach passendem Material - unter anderem per Aufruf im TV. Die Resonanz war beachtlich: "Wir könnten schon eine zweite Produktion bestücken", sagt Produzent Markus Ludwig. Märchen der bewährten Annette Craemer sind ebenso vertreten wie die überlieferten Legenden vom "Domstein" und der "Elisabeth von Trier". Dazu kommen Geschichten zeitgenössischer Autoren wie Hans-Joachim Kann, Michael Weyand oder eben Helmut Leiendecker.
Auch "Vorleser" zu finden war kein Problem. Theater-Profis wie Tim Olrik Stöneberg und Barbara Ullmann sind ebenso dabei wie der Performance-erfahrene Pfarrer Johannes Metzdorf-Schmitthüsen. Aber auch prominente Sportler verewigen sich als Märchen-Erzähler: Die Miezen Anna Monz und Nadja Nadgornaja entwickelten aus Craemers "Wassermann im Herkulesbrunnen" ein richtiges kleines Hörspiel — mit Basketball-Idol James Marsh als Wassermann. "Als hätten sie nie was anderes gemacht", staunt Markus Ludwig. Unterdessen widmet sich Thomas Kiessling dem gar nicht weit vom Aufnahme-Studio gelegenen Hexen-Treffpunkt "Franzens Knüppchen", während Kollege Leiendecker die Sagen von "Rictius Varus" und "Trebeta" in eigener Version zum Besten gibt. Ihre Märchen-Aufnahme schon hinter sich haben Oberbürgermeister Klaus Jensen und seine Frau, Sozialministerin Malu Dreyer. Sie haben nicht, was nahe gelegen hätte, den Trierer Haushaltsplan vorgelesen — schließlich sollen die Geschichten auf der CD ein Happy End haben. So haben sie sich Annette Craemers "Domuhr-Männlein" redlich geteilt.
Während der Aufnahmen ist die Idee entstanden, die insgesamt zehn Geschichten, die Philipp Müller textlich bearbeitet hat, als kleinen Stadtrundgang anzulegen. "Das wird ein Knaller", ist sich Bruno Worst vom Kinderschutzbund sicher. Weil alle Beteiligten ehrenamtlich mitarbeiten, könnte ein ordentlicher Erlös dabei herausschauen. Er soll für Spielgeräte im Außenbereich des künftigen Kinderschutz-Hauses "Meine Burg" verwendet werden.
Für das Erscheinen der Audio-CD hat man einen passenden Termin gefunden: Sie soll ab dem Weltkindertag am 20. September erhältlich sein.
Finden Sie uns auf Facebook und auf Twitter | Kommentare: Kommentar schreiben