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Urteil im Fall Laura-Marie: Landgericht Trier verurteilt 25-Jährigen zu lebenslanger Freiheitsstrafe wegen Mordes

(Trier) Für das grausame Verbrechen an der 16-jährigen Laura-Marie hat das Landgericht Trier den 25-jährigen Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Verteidiger will in Revision gehen.

01.02.2016
Katharina de Mos
Einer der spektakulärsten Trierer Gerichtsprozesse der vergangenen Jahre ist am Montag mit einem Urteil zu Ende gegangen, das der Anwalt der trauernden Eltern als gerecht empfindet. Das Landgericht hat den 25-Jährigen, der die 16-jährige Schülerin Laura-Marie getötet hat, als Mörder zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Die erste Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richterin Petra Schmitz sieht es als erwiesen an, dass der Maler die 16-Jährige tötete, um einen Vergewaltigungsversuch zu vertuschen. Aufgrund dieser Verdeckungsabsicht gilt das Verbrechen als Mord und nicht als Totschlag. Das Gericht hält den Mann für voll schuldfähig. Er hatte gestanden, das Mädchen getötet zu haben, bestritt die geplante Vergewaltigung jedoch bis zuletzt.

Die Richterin folgte weitgehend den Argumenten der Anklage. So erinnerte sie daran, dass der Trierer seine Version dessen, was am Freitag, 13. März 2015, auf einem dunklen Weg in Trier-Nord geschehen war, immer wieder verändert und den Ermittlungsergebnissen angepasst habe: Mal behauptete er, sich an nichts erinnern zu können, dann gab er detailliertes Täterwissen preis. Mal behauptete er, Laura-Marie bei einem Sturz aus Versehen erstochen zu haben, dann gestand er, dass er sie mit vier Stichen tötete. Dass die Unterarme des Mannes Kampfspuren aufwiesen, spricht nach Ansicht des Gerichts für einen Vergewaltigungsversuch. Ebenso wie die Tatsache, dass der 25-Jährige seit Ende 2013 im Internet 1620-mal Suchbegriffe eingab, in denen das Wort Vergewaltigung auftaucht. Am Tag der Tat sah er sich ein Video an, in dem es um die Vergewaltigung und Fesselung einer 16-Jährigen ging. Zudem hatte die Polizei am Tatort ein Seil mit seiner DNA gefunden. Das Gericht ist überzeugt, dass er es vor der Tat dort deponierte, um Laura-Marie zu fesseln - auf dem Rückweg hatten ihn Zeugen gesehen.

Der Verteidiger hatte auf Körperverletzung mit Todesfolge plädiert. Er geht in Revision.

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