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Verfassungsschützer besorgt wegen Bürgerwehren - In Facebook hat sich eine Gruppe für Trier gegründet

(Trier.) „Trier hilft sich“ heißt die geschlossene Gruppe, die sich vor wenigen Tagen auf Facebook im Internet gegründet hat. Die bis gestern 508 Mitglieder verstehen sich offenbar als eine Art Bürgerwehr.

13.01.2016
woc/dpa
„Nach den Vorfällen in Köln, Hamburg und so weiter möchten wir verstärkt Präsenz zeigen. Das heißt, wir werden uns zusammenschließen und friedlich, aber mit offenen Augen durch unser schönes Trier spazieren. Wir möchten damit gewisse Vorfälle und Übergriffe auf Frauen und Schwächere im Vorfeld unterbinden“, beschreiben die Administratoren das Vorhaben der Gruppe, die außerhalb von Facebook zumindest bislang noch nicht in Erscheinung getreten ist. 

Verfassungsschützern bereiten die Bürgerwehren Sorgen, weil sie rechtsextreme Einflüsse befürchten. Deutschlandweit finden sich auf Facebook viele Gruppen, die nach den Übergriffen in Köln, an denen Ausländer und auch Flüchtlinge maßgeblich beteiligt waren, nach eigener Angabe für Recht und Ordnung sorgen wollen. Mehr als 13.000 Menschen haben sich einer Facebook-Gruppe in Düsseldorf angeschlossen, deren Mitglieder an Wochenenden und bei Veranstaltungen durch die Stadt ziehen wollen. Laut Organisator Tofigh Hamid haben Fremdenfeindlichkeit oder Gewalt in der Gruppierung nichts verloren. In Sachsen gibt es dagegen Bürgerwehren, die mit fremdenfeindlichen Anschlägen und Hetze gegen Flüchtlinge in Zusammenhang gebracht werden. 

Es dürfe nicht dazu kommen, dass Bürger ohne staatlichen Auftrag und Kontrolle Recht und Ordnung in die eigene Hand nehmen, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums. 

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