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Was Nero in Trier trieb ...

... und warum die Porta so schwarz ist: Erklärungen liefert ein Comic von Johannes Kolz und Michael Weyand

(Trier) Die große Nero-Ausstellung steht unmittelbar bevor. Vorbereiten darauf kann man sich mit Comiclektüre. Die ist zwar wissenschaftlich nicht ganz so korrekt - dafür aber sehr unterhaltsam.

21.12.2015
Michael Schmitz
Trier. Der eine kennt sich ziemlich gut mit Heimatgeschichte rund um Trier aus, weil er Moselkrimis schreibt und als Verleger viele Bücher aus Trier und der Region auf den Weg bringt. Der andere kennt sich mit den Trierern ganz gut aus und hat außerdem ziemlich viel Unsinn im Kopf, den er mit Vorliebe gezeichnet unters Volk bringt. Der eine heißt Michael Weyand, der zweite Johannes Kolz.
Nun haben sich der Verleger und der Comiczeichner erstmals zusammengetan als Autorenteam und herausgekommen ist ein Werk, das ihre beiden Talente ziemlich gut bündelt: Nero Ante Portam, ein historischer Comic. Die Nero-Ausstellung ("Nero - Kaiser, Künstler und Tyrann") in drei Trierer Museen beginnt am Wochenende. Schon seit Dezember gibt es als Vorbereitungsmaterial den Comic im Trierer Buchhandel.

Nero, der berühmte Römerkaiser, geboren 37 nach Christus, gestorben 64, war zwar vermutlich nie in der damals noch jungen Stadt Trier, aber das hindert weder die Ausstellungsmacher noch die Comic-Schreiber, ihn in den Mittelpunkt zu stellen. Im Comic also geht es um jenen Besuch des Kaisers in Trier, ausgelöst durch ein etwas missverständliches Orakel, um ein ebenfalls nicht ganz eindeutiges Graffito, um große römische Politik und um Neros ganz private Sorgen mit seiner nicht ganz uneitlen Gattin Poppea.
Aufgeklärt wird bei dieser Gelegenheit nebenbei auch noch die Frage, warum die Porta Nigra schwarz geworden ist. Historisch geht es dabei - Experten haben es längst bemerkt - nicht übermäßig korrekt zu, denn das Stadttor wurde ja erst um 180 nach Christus überhaupt errichtet.
Ob die Treverer damals schon Viez genossen haben, ist auch nicht zweifelsfrei geklärt. Macht aber nichts, bierernst geht es bei Johannes Kolz ja ohnehin selten zu. Comic und Römerzeit - die Idee ist seit Asterix und Obelix ja nicht ganz neu.
Und bei den berühmten gallischen Vorbildern haben Kolz und Weyand auch zweifellos manche Anleihe genommen, etwa bei der Namensgebung ihrer Akteure wie dem musikalischen Widersacher Neros, Henderix, oder dem Reisebegleiter Geodates. Dass aber auch ein Steuermann namens "Pitter" auftaucht, sorgt dann wieder für genug Lokalkolorit.

Für die 30 Seiten Nero-Comic braucht man vermutlich keine halbes Dutzend langer Abende, aber das Din-A4-Buch ist originell, unterhaltsam und lustig - und wird deshalb sicherlich in vielen Trierer Bücherregalen landen.
Johannes Kolz/Mischa Martini, "Nero ante Portam" DIN A4, 32 Seiten, Verlag Michael Weyand, Obacht-Verlagsgesellschaft, ISBN 978-3-942 429-18-4, ab sofort im Buchhandel erhältlich für 6,95 Euro.