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aus unserem Archiv vom 03. Mai 2012
Autor: Roland Morgen Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken  E-Mail

Wenig Hoffnung für den Bürgersaal im Casino

Gut gemeint, aber offenbar überflüssig: Der Bürgersaal im Casino am Kornmarkt steht mit großer Wahrscheinlichkeit vor dem Aus. Eine Nutzung als Zweitspielstätte des Stadttheaters dürfte an Geldmangel scheitern.

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Trier. Das 1824/25 erbaute Casino war einst strahlender Treffpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Trier. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen es die französischen Streitkräfte in Beschlag. Normalbürger hatten keinen Zutritt. Als die Stadt die Vorzeige-Immobilie nach dem Franzosen-Abzug erwarb und sie an Projektentwickler weiterverkaufte, legte sie Wert darauf, dass ein Teilbereich weiterhin öffentlich nutzbar bleibt. So schlug 2004 bei der Fertigstellung des um- und ausgebauten Casinos die Geburtsstunde des Bürgersaals im rückwärtigen Bereich des ersten Obergeschosses. Potenzielle Nutzer der Veranstaltungsstätte für bis zu 200 Besucher: Parteien, Vereine, Privatpersonen.
Die Nachfrage aber blieb bescheiden. Das änderte sich auch nicht, als das Immobilienunternehmen Triwo AG (Trier) Dauermieter installierte und damit die Infrastruktur verbesserte. Der erste Betreiber (Varieté Chat Noir) ging in die Insolvenz, Konzertveranstalter Ingo Popp und Gastronom Simon Haag stiegen vorzeitig aus. Seit Ende März ist der Bürgersaal geschlossen, und die Triwo zahlt die Saalmiete an eine Hamburger Investmentgesellschaft, der das Casino gehört. Auf die Anfrage der SPD-Fraktion, wie es denn nun weitergehe, konnten Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani und ihr Kultur-Kollege Thomas Egger dem Stadtrat gestern Abend nur sehr vage Antworten geben. So sei der Saal "theoretisch eine Option" als Theater-Zweitspielstätte. Aber erst wolle man das Ergebnis einer Strukturanalyse und Organisationsuntersuchung für das Theater abwarten, die demnächst beauftragt werden soll. Wenn das Ergebnis vorliegt, wird die Stadt es mit einem anderen Verhandlungspartner zu tun haben. Nach TV-Informationen endet das Triwo-Engagement im Casino Anfang 2014. Die "Dienstbarkeit" für den Bürgersaal geht dann auf den Casino-Besitzer über.
Auch wenn die Stadt erklärt, an der grundbuchlich abgesicherten Vereinbarung festhalten zu wollen, sehen Experten keine Zukunftschancen für einen Bürgersaal, für den offenbar kein Bedarf besteht. Größter Hinderungsgrund für einen festen Theaterstandort: Auch die Stadt muss Miete zahlen, hat aber kein Geld.

 




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