Autor: Von unserer Mitarbeiterin Cordula FischerOrt:DruckenE-Mail
Wenn Überzeugungstäter schwarz sehen
Ökologisch überdacht handeln, lautet die Maxime von Michael-Ron Stallwood (30). "Denn mich an vorgegebene Strukturen zu halten, ist mir zu wenig", sagt der Greenpeace-Aktivist. Im "Bündnis für erneuerbare Energie Trier" (Beet) engagiert er sich gegen die Pläne der Stadtwerke, in den Bau eines Steinkohlekraftwerkes zu investieren.
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Michael-Ron Stallwood ist ein Überzeugungstäter in Sachen Umweltschutz. TV-Foto: Cordula Fischer
Trier. Michael-Ron Stallwood ist ein Überzeugungstäter in Sachen Umweltschutz. Schon als Kind hat er sich "unsterblich in die Natur verliebt". Aus dem Großstadt-Dschungel Berlins zog er ins ländliche Unterfranken und startete damals seine erste Mini-Protestaktion gegen den Bau einer neuen Siedlung vor seiner Haustür. "Damals habe ich verstanden, wie gedankenlos Menschen mit der Natur umgehen." Das sollte richtungsweisend für sein Leben werden.Doch zunächst lagen andere Prüfungen auf seinem Weg, der ihn in die Gemeinschaft des Ordens der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf und schließlich nach Trier führte. In der Arbeit für alte Menschen erfuhr er "ein Gefühl von Existenzberechtigung für mich und den Grund, warum ich da bin". Aber auch dieses Leben ließ er auf der Suche nach seinem Ziel hinter sich, streifte die Fesseln vorgefertigter Lebensentwürfe ab und machte sich ohne Besitztümer und unnötigen Ballast auf den Jakobsweg. Was er dort erfuhr, war "großer geistiger Reichtum und gedankliche Freiheit". Sich die zu erhalten, war sein dringendes Grundbedürfnis auch nach der Rückkehr nach Deutschland."Ich könnte es nicht mit mir vereinbaren, für einen Konzern zu arbeiten, der nur auf Gewinnmaximierung aus ist und unseren Planeten dafür ausbluten lässt." Logische Folge war die Mitgliedschaft bei Greenpeace. Als Projektleiter der Luxemburger Gruppe, als Aktivist und Öffentlichkeits-Koordinator von Greenpeace international und seit Anfang dieses Jahres als Sprecher des "Beet" bezieht Stallwood Stellung.Mit Protestpostkarten, Demonstrationen, einer Stromwechselparty sowie zwei Einwohnerantrag-Aktionen will er mit seinen Bündnispartnern die Öffentlichkeit informieren und die Pläne der Stadtwerke durchkreuzen. "Ziel ist aber nicht, den Stadtwerken zu schaden, sondern wir wollen ein Sprachrohr für den Willen der Trierer sein, die unseren Standpunkt teilen. In unserem Interesse liegt es, die Energieversorgung Triers zu dezentralisieren und damit die Stärkung der Region und eine Energiewende zu erreichen." In Gesprächen mit den Stadtratsfraktionen und Oberbürgermeister Klaus Jensen haben die "Beet"-Mitglieder für deren Unterstützung geworben und Konzepte für Alternativen zur Beteiligung am Neubau des Kohlekraftwerks in Hamm/Uentrop vorgelegt.
Unterschriften-Sammlung und Demonstrationen
Mittlerweile laufen die Aktivitäten des "Beet" auf Hochtouren. Am 2. November wollen die Mitglieder den zweiten Teil von über 4500 Unterschriften der Einwohner-Anträge an OB Jensen weiter geben, einen Tag später ist eine Demonstration auf dem Kornmarkt geplant. Unter dem Motto "Kohlestrom für Trier - Da sehen wir schwarz" will das Beet noch einmal ein klares Signal senden, bevor sich der Stadtrat am 7. November zu einer Experten-Anhörung trifft.
"Wir hoffen, dass die Politiker zum Wohle der Stadt und als Vertreter derer, die sie gewählt haben, entscheiden", appelliert Umweltaktivist Stallwood an deren Verantwortung. Bis dahin macht er sich täglich mit einem Stapel Protestpostkarten auf den Weg zu den Stadtwerken, um die von Bürgern signierte Postwurfsendung zuzustellen.
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