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Wenn’s Katz-Theater Mäuse fängt

Premiere von Agatha Christies "Die Mausefalle" versprüht Charme der 1950er Jahre

(Trier) Wer ist der Mörder? Dieser Frage sind die Premierengäste zusammen mit dem Ensemble des Katz-Theaters in der Tufa Trier nachgegangen. Im ausverkauften kleinen Saal begeisterten die Darsteller mit Spannung und Humor - ein mörderischer Erfolg.

08.05.2016
Manuel Beh
Trier. Mit der Inszenierung des Agatha-Christie-Klassikers "Die Mausefalle" ist dem Katz-Theater ein Meisterstück gelungen. Überzeugende Darsteller, ein Spannungsbogen von der ersten Silbe bis zur Aufklärung und eine stilechte Sprache: Diese Faktoren ließen die Premiere so authentisch werden. Zudem wurde das Stück in Schwarz-Weiß aufgeführt. Theater Noir, angelehnt an die alten Agatha-Christie-Filme. Die Liebe zum Detail bestimmt die Inszinierung unter der Leitung von von Tanja Finnemann.
Mit 93 Zuschauern im kleinen Saal der Tufa Trier war die Premiere der Mausefalle ausverkauft. Darauf ist die Regisseurin stolz. "Wir proben seit Dezember dieses Stück und haben viel Arbeit investiert. Dass uns nun eine solche Resonanz erreicht, ist großartig und entlohnt."
Das flackernde Licht eines Kronleuchters fällt auf die Sitzgruppe im Wohnzimmer. Im Kamin knistert ein Feuer. Jazzmusik dringt leise an die Ohren der Zuschauer. In diese gemütliche Atmosphäre entführt das Ensemble des Katz-Theaters die Premierengäste. Doch ist sich jeder bereits zu Beginn der Aufführung bewusst: Trotz dieser Idylle wartet das Böse an diesem Ort.
Am 17. November 1952 tobt ein Sturm um die Pension Monkswell Manor. Die Herbergseltern Mollie und Giles Ralston (Joya Ghosh, Andreas Müller) erwarten vier Gäste zur Eröffnung: Miss Casewell (Katharina Remy) ist eine junge, zielstrebige Frau. Niemand kann ihr nahekommen, wofür sie mit ihrer schroffen Art sorgt. Christopher Wren (Benedikt Schekatz) ist Architekt. Mit seiner aufdringlich-gekünstelten Art nervt er die anderen und steht bald alleine da.
Mit dem alten Major Metcalf (Stephan Moll) kommt ein hilfsbereiter und ruhiger Gast ins Haus. Anders Mrs. Boyle (Elke Hennig). Die schrullige Lady tritt resolut auf, knallt Ralston ihren Koffer gegen die Brust und verlangt mit ihrem Gehstock drohend, aufs Zimmer gebracht zu werden. Hennig spielt Boyle mit großer Leidenschaft, sehr authentisch und witzig.
Unerwartet schneit Mr. Paravicini (Andreas Scherf) in die Pension. Er sei mit seinem Wagen im Schnee steckengeblieben. Der Franzose mit tiefer Stimme und stilechtem Akzent überzeugt mit Minenspiel und kontrolliert-pointierten Gesten. Als Sergeant Trotter (Michael Roller) von der Polizei das eingeschneite Haus erreicht, bekommt die Zusammenkunft eine andere Intensität: Ein Mörder soll sich unter den Gästen befinden. Er oder sie hat Maureen Lyon in London getötet. Seine Spur führt direkt nach Monkswell Manor …
Weitere Termine: Das Katz-Theater führt Agatha Christies Mausefalle noch an folgenden Terminen auf: Freitag, 13. Mai; Samstag, 14. Mai; Donnerstag, 19. Mai, und Samstag, 21. Mai. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im kleinen Saal der Tufa Trier. Tickets kosten 11,75 Euro bzw. 9,30 Euro.
katz-theater.de
Extra
Das Katz-Theater möchte Gutes tun, so beschreibt Sara Schilasky das Engagement der Schauspieltruppe: "In diesem Jahr möchten wir den Verein Papillon unterstützen, der sich um Kinder krebskranker Eltern kümmert. Der Erlös unserer Vorstellung am 14. Mai wird komplett gespendet." Zudem würden dann auch sechs Kinder von Papillon im Stück mitspielen. beh