Mit großer Mehrheit hat der Trie rer Stadtrat die Verwaltung beauftragt, ein mögliches Auftrittsverbot für Wildtiere im Zirkus rechtlich zu prüfen. Ob ein solches Verbot auch tatsächlich erlassen und durchgesetzt würde, bleibt damit zunächst offen.
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Trier. (cus) Schon im Vorfeld der gestrigen Ratssitzung löste ein Bericht des Trierischen Volksfreunds zum Verbotsantrag der FDP-Fraktion eine Debatte über den Sinn und Unsinn von Tierdressuren aus. Im Rat signalisierte neben den Liberalen nur Bündnis 90/Die Grünen komplette Zustimmung zum Antrag. "Tierschutz ist keine Aufgabe des Markts mit Angebot und Nachfrage", stellte Silke Reinert (FDP) fest. "Die Haltung von Wildtieren im Zirkus kann nicht artgerecht sein", ergänzte Corinna Rüffer (Grüne). "Missstände bei einem Teil der Zirkusbetriebe müssen beseitigt werden, aber ich warne vor einem Generalverdacht", sagte Jörg Reifenberg (CDU). Er äußerte Bedenken an der Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit eines Verbots in Trier, selbst wenn es sich nur auf rein städtische Flächen beziehe. Das Thema sei nur auf nationaler Ebene zu regeln. Auch Christiane Probst (Unabhängige Bürgervertretung Maximini) sieht Land und Bund am Zug. Sie schlug jedoch vor, eine Resolution mit dem Ziel eines Verbots zu verabschieden.
"Wir appellieren an die Behörden, mit der nötigen Sorgfalt und Strenge zu kontrollieren", sagte Sven Teuber (SPD). In den meisten Zirkusbetrieben würden die Tiere korrekt behandelt. Aus Sicht von Johannes Verbeek (Die Linke) kam der Antrag zum falschen Zeitpunkt und am falschen Ort. Zirkustiere seien nur dem Namen nach Wildtiere. "Haben wir keine anderen Probleme in Trier?", fragte Safet Babic (NPD). Nach der Logik des Antrags müsse konsequenterweise in Trier auch die Haltung von Haustieren oder das Schlachten von Tieren zum Verzehr verboten werden.
Mit Reifenbergs Vorschlag, zunächst nur das Ergebnis der rechtlichen Prüfung abzuwarten und dann eventuell den Sachverhalt neu zu diskutieren, erklärte sich die FDP schließlich einverstanden. Der zweite Teil des Antrags, alle Verbotsoptionen auch auszuschöpfen, wurde gestrichen. Bei der Abstimmung votierten CDU, SPD, Grüne, UBM und FDP geschlossen für die Variante eines reinen Prüfauftrags. Verbeek und Babic stimmten dagegen.
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