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Zukunft der Egbert-Schule ungewiss

(Trier) Ob in der Egbert-Grundschule je wieder Unterricht stattfindet, ist zur Zeit ungewiss. Der Sanierungsaufwand ist offenbar groß. Schüler und Eltern müssen sich wohl auf eine mindestens monatelange Auslagerung in das ehemalige Kürenzer Grundschulgebäude einstellen.

21.10.2013
Christiane Wolff
„Wir wollen hier nicht mehr unterrichten.“ Das ist der Tenor eines Briefs, den das Kollegium der Egbert-Grundschule in Trier-Ost am 23. September an Schuldezernentin Angelika Birk geschrieben hat.
Nur sechs Monate zuvor hatte das gleiche Kollegium mit Eifer für den Erhalt der Schule gekämpft, die damals noch auf der Schließungsliste der Stadtverwaltung stand. Erst der Stadtrat – maßgeblich nach Forderungen der Grünen – rettete die Schule damals vor dem Aus und kippte den Schließungsvorschlag der grünen Schuldezernentin.

Nach dem Brief des Kollegiums hatte die Stadtverwaltung Raumluftmessungen in der Schule veranlasst. In der Mensa und in zwei Nebenräumen wurden Schimmelsporen entdeckt. Die Ergebnisse der Überprüfung der Klassenräume werden Mitte der Woche erwartet. Der Schulbetrieb findet ab dem morgigen Mittwoch wegen der gefundenen Schadstoffe und Bauschäden im Kürenzer Grundschulgebäude statt. Es steht leer, seit im Sommer der Schulbetrieb in die Ambrosius-Grundschule in Trier-Nord verlegt worden war (der TV berichtete, siehe Extra).
Wie lange die Egbert-Kinder in der Kürenzer Grundschule unterrichtet werden, ist laut Dezernentin Birk nicht absehbar: „Wir wollen das Egbert-Gebäude gründlich untersuchen, um festzustellen, woher der Schimmel kommt und wie groß der Sanierungsaufwand ist.“ Um nicht eine ähnliche Bruchlandung zu erleben wie bei der Kindertagesstätte Trimmelter Hof – dort war nach einer aufwendigen Schimmelsanierung erneut Schimmel gefunden worden, weshalb die Einrichtung wegen neuerlicher Bauarbeiten noch mal monatelang geschlossen war –, soll ein ganzes Team von Schimmel- und Bauexperten die Egbert-Schule begutachten. Auf eine Prognose, wann in der Egbert-Schule wieder Unterricht stattfinden kann, will sich Birk nicht einlassen.

 Zum Vergleich: Bei der Trimmelter Kita hatten Begutachtung und Sanierung von Dach, Fassaden und Böden insgesamt drei Jahre gedauert. Im Gegensatz zur maroden Egbert-Schule war die Kita allerdings erst zehn Jahre alt und die Bauschäden waren im Vergleich zur Egbert-Grundschule sehr viel weniger offensichtlich.
Dass der Schulbetrieb in Egbert überhaupt noch mal aufgenommen wird, scheint ebenfalls nicht sicher. „Wenn wir wissen, wie groß der Sanierungsaufwand ist, werden wir dem Stadtrat das vorlegen, dann muss eine Entscheidung getroffen werden“, sagt Birk.

Die Schuldezernentin hatte die Egbert-Schule auch wegen des großen Sanierungsstaus für eine Schließung vorgesehen. Dass Befürworter des Grundschulstandortes jetzt der Verwaltung vorhalten, den Schimmel lediglich als Grund vorzuschieben, um doch noch die Schließung der Schule durchzusetzen, sei ein ungerechtfertigter Vorwurf. „Hier wird nichts inszeniert. Wir sind von dem tatsächlichen Ausmaß der Bauschäden selbst sehr überrascht“, beteuert Birk.
 
Möbel und Unterrichtsmaterial sind von einem Umzugsunternehmen von der Egbert- in die Kürenzer Grundschule gebracht worden. Ab Mittwoch werden die Egbert-Kinder dort unterrichtet. Die 130 Schüler treffen sich am Mittwoch um 8 Uhr an der Schule und gehen dann mit ihren Lehrern zum Schulbus, der an der Spitzmühle beziehungsweise am Parkplatz neben dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium hält. Mittags fahren mehrere Busse zurück, der letzte nach Ende der Ganztagsbetreuung.
 
Am Donnerstag findet um 20 Uhr ein Elternabend im Gebäude der Kürenzer Grundschule statt.