Mehr Toleranz und weniger Diskriminierung, das ist der Wunsch des Trierer Stadtrats vor einem Jahr gewesen. Er rief eine Gesellschaftskampagne ins Leben. Die Aktion "Für ein tolerantes und weltoffenes Trier" hat nun mit einer Tagung begonnen, auf der erste Ideen ausgetauscht wurden.
Podcast
Fotostrecke
Zwei Dutzend Organisationen stellen beim Bürgerkongress ihre Arbeit vor.TV-Foto: Kim-Björn Becker
Trier. Mit einer Auftaktveranstaltung in der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums haben Vertreter von Stadtverwaltung und lokalen Organisationen die Kampagne "Für ein tolerantes und weltoffenes Trier" gestartet. Ziel soll sein, gesellschaftliche Toleranz zu fördern und Ausgrenzung zu vermindern. Außerdem soll die Kampagne dazu beitragen, dass rechtsextreme Gewalttaten zurückgehen. Welche Elemente die Aktion konkret umfassen wird, ist noch offen; dies soll bis zum Herbst erörtert werden. Die Initiative geht zurück auf einen gemeinsamen Antrag, den SPD, Grüne und Freie Wähler im Mai 2010 in den Stadtrat eingebracht haben.
In der als Bürgerkongress angekündigen Auftaktveranstaltung hatten rund zwei Dutzend Organisationen Gelegenheit, den Besuchern ihre Arbeit vorzustellen.
"Unsere Werte sind keine Zustände, auf denen man sich ausruhen kann. Man muss sie jeden Tag neu schaffen", sagte Bernd Hamm, Vorsitzender des Vereins Lokale Agenda 21. Oberbürgermeister Klaus Jensen mahnte, dass einzelne gesellschaftliche Gruppen im Alltag nach wie vor diskriminiert würden.
Hauptthema: Rechtsextremismus
Heftig kritisierte er rechtsextremes Gedankengut und bezeichnete es als eine "Schande für die Stadt", dass die NPD im Stadtrat ist. Indirekt bezog sich der Rathaus-Chef auf einen Streit, der bereits im Mai 2010 den Stadtrat entzweite: CDU und FDP kritisierten die von den anderen Fraktionen initiierte Toleranz-Kampagne, weil diese zu stark die NPD in den Mittelpunkt rücke.
Zwar war Rechtsextremismus bei der Auftaktveranstaltung ein zentrales Thema, doch debattierten die Teilnehmer einer Diskussionsrunde, die von TV-Redaktionsmitglied Hannah Schmitt moderiert wurde, auch über andere Formen von Diskriminierung, die sich etwa gegen Behinderte, Frauen und benachteiligte Jugendliche richtet. Jensen sprach sich dafür aus, bestehende gesellschaftliche Begegnungsstrukturen wie etwa Pfarr- und Sportfeste stärker dafür zu nutzen, um für Toleranz zu werben. kbb
Zu den vielen schönen Dingen, die die Mosel zu bieten hat, findet man Zugang über den Wein. Auch die moselländische Küche ist - natürlich - vom heimischen Wein inspiriert und bereichert. mehr...
Finden Sie uns auf Facebook und auf Twitter | Kommentare: Kommentar schreiben