Grüne bringen mit radikalen Vorschlägen Bewegung in die Schulkonzept-Debatte
Handfeste Überraschung in der Debatte um das Trierer Schulkonzept: Die Grünen, bislang Gegner großer Strukturveränderungen in der Schullandschaft, haben einen eigenen Entwicklungsplan vorgelegt. Er unterscheidet sich deutlich vom Experten-Entwurf, ist aber nicht weniger radikal.
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Für die Grünen sei die Neupositionierung ein „gewaltiger Schritt“, sagt deren schulpolitischer Sprecher Gerd Dahm. Aber es sei „sinnvoller, sich konstruktiv zu beteiligen, als sich der Debatte zu verweigern“. Vorab fordern sie, die Eltern stärker in die Planung einzubeziehen und die sozialpolitischen Bedingungen bei den Überlegungen stärker zu berücksichtigen, als es im vorliegenden Konzept passiert sei.
Im Gegensatz zu ihrer bisherigen Position wollen die Grünen auf Dauer nur Grundschulen mit gesicherter Zweizügigkeit erhalten. Das bedeutet eine Reihe von Zusammenschlüssen: Olewig und Egbert sollen am Standort Egbert fusionieren, Reichertsberg und Pallien werden im ehemaligen Kasernengelände Trier-West zusammengelegt. Quint geht mit nach Ehrang, Pfalzel mit nach Biewer, Kürenz zu Egbert – allerdings erst dann, wenn die Einzügigkeit droht und am gemeinsamen Standort notwendige Baumaßnahmen umgesetzt sind.
Die Schüler aus Ruwer sollen möglicherweise künftig eine Grundschule im Landkreis besuchen. Erhalten wollen die Grünen dagegen die Grundschule Martin, ergänzend zu einer großen Schwerpunktschule Ambro8sius in Trier-Nord.
Den größten Wirbel dürften die Grünen-Vorschläge zur Sekundarstufe erzeugen. Sie wollen die IGS vom Wolfsberg in den großen, frisch ausgebauten Komplex am Mäusheckerweg verlegen. Die dort angesiedelte Realschule plus geht in der IGS auf, das G8-Gymnasium FSG wollen die Grünen auslaufen lassen – ob ersatzlos oder nicht, bleibt unklar.
Die Nelson-Mandela-R-plus soll von Trier-Süd auf den Wolfsberg umziehen, um die Konkurrenzsituation zur Kurfürst-Balduin-R-plus in Trier-West zu reduzieren. In das frei werdende Gebäude an der Feuerwache soll die staatliche Erzieherfachschule wechseln, so dass die Stadt das Deutschherren-Gebäude ebenso wie diverse weitere Schulhäuser zur Finanzierung der notwendigen Ausbauten und Sanierungen verkaufen kann.
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