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Ticket nach Berlin: Andreas Steier aus Pellingen gilt als wahrscheinlicher CDU-Kandidat für Bundestagswahl

(Trier/Trier-Saarburg) Wer wird CDU-Kandidat für Trier und Trier-Saarburg bei der Bundestagswahl 2017? Offiziell soll die Entscheidung im Oktober fallen. Nach TV-Informationen läuft es auf den 44-jährigen Andreas Steier aus Pellingen hinaus. Dossier zum Thema: Bundestagswahl 2017

02.09.2016
Christiane Wolff
 Offiziell traut sich niemand aus der sechsköpfigen Kommission, die einen Kandidaten für die Bundestagswahl im nächsten Jahr finden soll, aus der Deckung. Und durchgesickert in die Parteibasis ist auch nichts Konkretes. Nach TV-Informationen gilt allerdings der Pellinger Andreas Steier als Favorit für die CDU-Spitzenkandidatur im Wahlkreis Trier/Trier-Saarburg - und damit als potenzieller Nachfolger von Bundestagsmitglied Bernhard Kaster (58), der nicht mehr antritt (der TV berichtete).

Bundestagswahl 2017


Am heutigen Freitagnachmittag treffen sich die drei CDUler, die in der Findungskommission den Landkreis vertreten. "Es sind noch mehrere Kandidaten im Rennen", sagt Landkreisvorsitzender und Kommissionsmitglied Arnold Schmitt. "Aber geplant ist, dass wir uns bei dieser Sitzung festlegen." Dass Steier als wahrscheinlichster Kandidat gilt, will Schmitt nicht bestätigen. Allerdings scheint alles auf den 44-jährigen Familienvater (siehe Extra) hinauszulaufen.
Die Regularien sehen vor, dass die CDUler, die die Stadt Trier in der Findungskommission vertreten, in einer eigenen Sitzung einen Kandidaten benennen. "Das wird in den nächsten Wochen stattfinden", bestätigt Udo Köhler, Vorsitzender der Stadt-CDU. "Ob wir uns dabei dem Vorschlag des Landkreises anschließen oder einen eigenen - oder auch mehrere - Kandidaten vorschlagen, ist allerdings noch offen." Dass die Stadt-CDU tatsächlich einen anderen Kandidaten nominiert, ist aber unwahrscheinlich. Schon zu Beginn der Kandidatensuche vor etwa zehn Monaten hieß es hinter den Kulissen, dass nach dem Trie-rer Bernhard Kaster ein Parteimitglied aus dem Landkreis die Region im Bundestag vertreten soll. Immerhin hat der CDU-Kreisverband Trier-Saarburg mehr als doppelt so viele Mitglieder wie der Stadtverband.
Dazu kommt, dass sich aus der Stadt auch niemand wirklich aufdrängt für Kasters Nachfolge. Zumindest, nachdem Max Monzel, CDUler, Trierer und Chef des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (ART), eine Kandidatur abgelehnt hatte.
Auch im Kreis musste man intensiver suchen, hatte Landrat Günther Schartz doch nach der Landtagswahl deutlich gemacht, mit seinem jetzigen Job sehr zufrieden zu sein. Im Sommer kristallisierte sich Andreas Steier heraus - wie der TV bereits in seiner Ausgabe am 21. Juli berichtete. Einfach wird es der neue Spitzenkandidat und Nachfolger Kasters - der dreimal hintereinander das Direktmandat im Wahlkreis Trier/Trier-Saarburg gewonnen hat - nicht haben: Gegenkandidatin ist diesmal immerhin die SPDlerin Katarina Barley. Die Nominierung zur Generalsekretärin ihrer Partei hat die Schweicherin nicht nur in der Region, sondern bundesweit bekannt und zu einem politischen Schwergewicht gemacht. Dass der neue CDU-Direktkandidat für die Region Trier gegen Barley das Direktmandat gewinnt, scheint unwahrscheinlich. Ein Einzug in den Bundestag über die Landesliste ist allerdings möglich - zumindest, sofern die CDU es schafft, ihre Wahlergebnisse von 2013 zu wiederholen.
Extra
CDU-Kandidatennominierung: Nach der heutigen Sitzung der Kreis-Kommissionsmitglieder trifft sich in den nächsten Wochen der Trierer Teil der Findungskommission, um einen Kandidaten zu nominieren. Anschließend kommt die sechsköpfige Kommission zusammen, um sich auf einen gemeinsamen Kandidatenvorschlag zu einigen. Für Mitte Oktober ist eine Delegiertenkonferenz geplant. Der CDU-Stadtverband Trier schickt in diese Sitzung 33 Vertreter, der CDU-Kreisverband Trier-Saarburg 66 - gemäß dem Größenverhältnis der Verbände. Die Konferenz bestimmt, wer letztlich CDU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017 sein wird. In den darauf folgenden Monaten stellt die Partei ihre Landesliste auf. Die ersten 15 Plätze sind für die 15 rheinland-pfälzischen Wahlkreiskandidaten reserviert. An welcher Stelle der Trierer Kandidat positioniert wird, ist offen. Bei der Bundestagswahl 2013 haben die ersten 16 Kandidaten der CDU-Landesliste es in den Bundestag geschafft. Wie viele rheinland-pfälzische Kandidaten diesmal ein Bundestagsmandat erhalten, ist vor allem abhängig davon, welches Ergebnis die Partei in Rheinland-Pfalz einfährt. Das bundesweite Wahlergebnis ist für die Gesamtzahl der Abgeordneten entscheidend. woc
Extra
Andreas Steier ist 1972 geboren, gebürtig aus Pellingen und wohnt dort auch mit seiner Ehefrau und drei Kindern. Er hat in Trier Abitur gemacht und Maschinenbau in Kaiserslautern studiert. Seit 1998 arbeitet er bei einer Luxemburger Firma, die Sensoren für die Automobilindustrie herstellt. Steier ist seit 25 Jahren bei der CDU und sitzt seit 2004 im Kreistag. Er hat am Parteiprogramm der Landes-CDU mitgearbeitet. Sein wichtigstes politisches Ziel seien Verbesserungen der Infrastruktur. "Der Konz-Saarburger-Bereich ist vom überregionalen Verkehrsnetz abgehängt, die Trierer Tallage zu Hauptverkehrszeiten überlastet. Das muss sich ändern", sagte er am Donnerstag dem TV. Dass Moselaufstieg und Westumfahrung in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurden, sei ein erster Schritt. "Jetzt muss das vom Bundestag verabschiedet werden und dann in die Umsetzung gehen", betont Steier, der auch Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung Trier/Trier-Saarburg ist. woc

 

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