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310-Kilometer-Tour mit vier Sternen: Landesbetrieb plant neue Fahrradroute durch die Eifel

(Langsur/Gerolstein) Auf bekannten Radwegen entsteht die neue Venn-Eifel-Mosel-Route. Erst müssen jedoch noch die Tester ran.

24.04.2017
Harald Jansen
An einem Tag wird die große Runde durch die deutsche und die belgische Eifel wohl nicht zu schaffen sein. 310 Kilometer lang ist die neue Venn-Eifel-Mosel-Route (siehe Grafik), die derzeit der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein plant. Dessen Chef Harald Enders ist selbst passionierter Fahrradfahrer und sagt: "Aufgrund des hohen Anteils an Bahntrassen verliert die Mittelgebirgsregion Eifel ihren Schrecken und lädt zum gemütlichen Radfahren ein."

Die Strecken Nahezu alle wichtigen Radwege in der Region sind dort entstanden, wo früher Eisenbahnstrecken verliefen. Das gilt für den Maare-Mosel-Radweg (Bahnstrecke Bernkastel-Kues - Wittlich - Daun) ebenso wie für den Ruwerradweg (Trier-Ruwer - Hermeskeil) oder den Sauerradweg zwischen Wasserbilligerbrück und Irrel. Der Kylltalradweg hingegen verläuft größtenteils parallel zu aktuellen Bahnstrecke Köln - Trier, der Moselradweg entlang des Flusses. All diese Streckenführungen bedeuten, dass es wenig Steigungen gibt. Allein am Kyllradweg gibt es noch einen herausfordernden Anstieg.

Die Idee Zwar gibt es viele Wege in der Region, doch so richtig vernetzt ist die Sache dann doch nicht. Auch wenn es beispielsweise von dem in Konz beginnenden Saar-Radweg bis zum Sauerradweg nur ein Katzensprung ist. Um eine bessere Vernetzung zu erreichen, haben sich Vertreter des LBM Gerolstein mit Touristikfachleuten an einen Tisch gesetzt. Herausgekommen ist dabei die Venn-Eifel-Mosel-Route. Diese soll den Anforderungen einer 4-Sterne-Qualitätsradroute des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) genügen (siehe Info). Diese Rundroute verbindet nach Auskunft von Harald Enders die Vennbahn mit dem Kyll- und Mosel-Radweg und führt über den Sauer-, Prüm-, Enz- und Eifel-Ardennen-Radweg zurück zur Vennbahn.

Die Prüfung Ziel des Landesbetriebs ist es, die neue Radroute zur Radsaison 2018 zu eröffnen. Ab Ende Mai werden vom ADFC die einzelnen Abschnitte unter die Lupe genommen. Unterm Strich rechnet Harald Enders mit Gesamtkosten im unteren fünfstelligen Bereich für das Projekt. Das alles zahlt der Landesbetrieb.

Das Logo Der ADFC setzt zur Zertifizierung einer Qualitätsradroute ein Routenlogo voraus, so dass die Strecke als durchgängige Themenroute erkennbar ist. Melanie Stellmes vom LBM Gerolstein ist zertifizierte Qualitätsmanagerin für Qualitätsradrouten und hat das Erkennungszeichen entworfen. Das dabei benutzte Grün steht für die Hochmoorlandschaften des Hohen Venn, das Rot für den Vulkanismus der Vulkaneifel und das Blau für die Mosel.

Das sagen die Touristiker Claudia Krütten, Geschäftsführerin des Vereins Ferienregion Trier-Land, geht davon aus, dass die Route dem Radtourismus Auftrieb verschafft. Die Touristinformation in Wasserbilligerbrück ist beispielsweise im Verbund der Radleihstationen Miselerland diejenige mit dem zweithöchsten Leihaufkommen. "Die neue Route gibt uns die Gelegenheit deutlich zu machen, dass es auch in der Eifel familientaugliche Radwege gibt." Außerdem verknüpfe das Angebot Radwege über Ländergrenzen hinweg. Sie verspricht sich von der Initiative einen Schub für Hotels und Gaststätten entlang der Route.

Krüttens Prümer Kollege Georg Sternitzke begrüßt das Projekt ebenfalls. Er kann sich vorstellen, dass bei der Vermarktung eigens für die neue Route spezielle Pakete geschnürt werden. Sternitzke: "Das ist ein guter Anfang." Durch die in den vergangenen Jahren erfolgte Ausweisung von Radwegen auf Bahntrassen sei dieser Tourismusbereich immer wichtiger geworden.
Extra
Geprüfte Routen wie bei Wanderwegen

Ähnlich wie bei Wanderwegen gibt es für Radwege eine einheitliche Zertifizierung. Dabei spielen unter anderem Befahrbarkeit, Routenführung oder touristische Infrastruktur eine Rolle. Die neue Route soll vier Sterne erhalten. Diesem Standard entspricht neben dem Saar-Radweg auch der Vennbahn-Radweg.