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Damit neue Bäume in den Himmel wachsen - Kreisverwaltung Trier-Saarburg lässt Ausgleichsflächen digital erfassen

(Trier) Wer irgendwo eine Straße baut oder Gewerbe ansiedelt oder Platz für Häuser ausweist, der muss für Kompensation sorgen. Für den Landkreis Trier-Saarburg liegt nun eine Karte vor, die diese Flächen zeigt. Und die helfen soll, die Natur besser zu bewahren.

29.11.2015
Harald Jansen
Trier. Mehr als 5000 grüne Stecknadeln verwandeln das Trier-Saarburger Kreisgebiet in eine nahezu grüne Fläche. Jeder einzelne Punkt zeigt, wo in den vergangenen mehr als zehn Jahren etwas für den Naturschutz getan worden ist. Mehr oder weniger freiwillig. Das mit der Freiwilligkeit ist nämlich so eine Sache. Denn laut Bundesnaturschutzgesetz muss für jeden Eingriff in die Natur an anderer Stelle ein Ausgleich oder ein Ersatz geschaffen werden. Konkret: Wer beispielsweise ein neues Baugebiet ausweist, muss etwas für den Naturschutz tun.
Wie so etwas aussieht, kann sich jeder unweit der Gastwirtschaft Panshaus bei Greimerath anschauen. Dort entsteht in Sichtweite der B 268 auf gut 60 Hektar extensiv genutztes Nass- und Feuchtgrünland. Das jedenfalls sagt eine erläuternde Information, die man mit ein wenig Übung der Seite map1.naturschutz.rlp.de/mapserver_lanis/ entlocken kann (siehe Grafik).

Kreis landesweit Vorreiter


Als erster Landkreis im Land hat Trier-Saarburg in den vergangenen vier Jahren alle vorliegenden Daten zu den Ausgleichsflächen zusammen- und eingetragen. Fast alle, um genau zu sein. Landrat Günther Schartz: "Es fehlen noch die Daten aus der Verbandsgemeinde Konz." Zudem gibt es noch Flächen, die als Ausgleich für Straßenbauprojekte wie die Ortsumgehung Konz-Könen oder im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren ausgewiesen wurden. Da müssen der Landesbetrieb Mobilität und das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum noch ihre Hausaufgaben machen. Technisch sei das kein Problem, sagt Kerstin Bidinger. Sie war eigens zur Erstellung des Katasters eingestellt worden. Die Daten müssten nur eingepflegt werden.
Ziel der ganzen Eintragerei soll sein, eine bessere Planung der Areale hinzubekommen, sagt Norbert Rösler, Abteilungsleiter Bauen und Umwelt der Kreisverwaltung. Denn oft ist es so, dass viele kleine Einzelflächen ausgewiesen werden, um die geforderte Flächengröße nachweisen zu können. So ist das Umfeld des Baugebiets Auf Mont in Wincheringen gepflastert mit Ausgleichsflächen.
Dass es auch anders geht, zeigt ein Gelände bei Greimerath, wo Flächen aus gleich mehreren Bauprojekten zusammengelegt worden sind. Das ist erst seit ein paar Jahren möglich. So gibt es mehr als 100 Hektar Moselhang zwischen Schweich und Pölich, die als Ausgleichsflächen für die Flugplatzerweiterung in Spangdahlem ausgewiesen worden sind. Früher musste der Ausgleich im engen räumlichen Eingriff zur Fläche erfolgen.
Ob ein Gebiet eine Ausgleichsfläche ist, konnte bisher oft nur nach vertieftem Aktenstudium oder manchmal auch gar nicht festgestellt werden. Das kann unangenehme Folgen haben. Beispielsweise beim Verkauf von Wiesen oder Waldstücken. Denn möglicherweise kann der neue Besitzer nicht mit seinem neuen Grundstück machen, was er möchte. Weil beispielsweise in der Kordeler Gemarkung Im Borberg vorgesehen ist, acht Obsthochstämme zu pflanzen. Künftig kann der Interessent mit ein paar Klicks auf der Seite herausfinden, ob am Ende einer Wiese nur einmal jährlich mähen darf oder ob dort künftig Laub- statt Nadelbäumen wachsen sollen. Das alles verraten die grünen Nadeln und Flächen auf der virtuellen Landkarte im Internet.