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Debatte um Moselbrücke neu entfacht

(Igel/Temmels) Der TV hat nachgefragt, wie die Chancen für eine Verbindung zwischen Temmels und Mertert stehen.

19.06.2017
Harald Jansen
Igel/Temmels In der Diskussion um den Sinn oder Unsinn des geplanten Moselaufstiegs zwischen Konz und der A 64 bei Trierweiler/Herresthal wird eine Brücke zwischen der B 419 auf deutscher Seite zwischen Wasserliesch und Temmels sowie dem Autobahnzubringer auf luxemburgischer Seite immer wieder einmal als Alternative genannt. Und zwar als bessere.
In mehreren jüngst erschienen Leserbriefen im Trierischen Volksfreund sowie auf mehreren Seiten im Internet ist sogar davon die Rede, dass das Großherzogtum Luxemburg bereit sei, die Kosten für eine solche Brücke komplett zu übernehmen. Der TV hat bei den zuständigen Ministerien in Mainz und Luxemburg nachgefragt.
Das sagt das luxemburgische Ministerium: Sprecherin Danielle Frank sagt kurz und knapp: "Wir streben im Moment keine Planung an." Es gäbe zwar eine mehrere Jahre alte Untersuchung über solch eine Brücke. Minister François Bausch habe sich aber über den Moselaufstieg noch keine abschließende Meinung gebildet.
Fest steht hingegen: "Wir haben aktuell sehr viele Mobilitätsprojekte in der Planung oder Umsetzung, die vorrangig sind." Eine Brücke über den Merterter Hafen "ist auf der Prioritätenliste ganz unten angesiedelt und daher auch nicht im Mehrjahresplan vorgesehen".
Auch zum Thema Finanzierung sagt die Ministeriumssprecherin etwas: Normalerweise würden die Kosten für ein solches Straßenbauprojekt zwischen dem Großherzogtum und der Bundesrepublik aufgeteilt.
Das sagt das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium: Auf Anfrage klärt Pressesprecherin Cornelia Holtmann über die Hintergründe eines möglichen Brückenbaus bei Mertert auf. Im Vorfeld der Erneuerung der Moselbrücke Grevenmacher seien auch alternative Standorte zwischen Temmels und Mertert diskutiert worden. "Nach Prüfungen kamen die rheinland-pfälzische und die luxemburgische Straßenbauverwaltung einvernehmlich zu dem Ergebnis, die Errichtung einer neuen Brücke am alten Standort Grevenmacher planerisch weiterzuverfolgen", sagt Holtmann. Als Gründe nennt sie höhere Kosten für einen Brückenneubau und ein längeres Genehmigungsverfahren. Eine neue Moselbrücke bei Mertert sei nach dem Bau bei Grevenmacher obsolet.

Wie geht es weiter: Weil aus Sicht des Landes eine Brücke bei Temmels/Mertert als nicht sinnvoll erachtet worden ist, hat das Land laut Pressesprecherin das Projekt auch nicht für den Bundesverkehrswegeplan (BVP) angemeldet. Eine Aufnahme in den Plan und eine entsprechende Bewertung ist Voraussetzung dafür, dass der Bund ähnlich wie bei der Ortsumgehung Konz-Könen für ein Bauprojekt zahlt.
Für den BVP hatte das Land auch den Moselaufstieg nicht gemeldet. Das hat das Bundesverkehrsministerium selbst übernommen. Wie es mit dieser Verbindung weitergeht, ist offen: Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte vor Kurzem dem scheidenden Trierer Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster (CDU) in einem Schreiben mitgeteilt, dass vor dem Hintergrund der Personalkapazitäten des Landesbetriebs Mobilität nicht jedes Vorhaben unmittelbar in Angriff genommen werden kann (TV vom 18. Mai).
Extra: FORTSCHRITT BEI BAHNVERBINDUNG

Mit der Reaktivierung der Trierer Weststrecke soll bis spätestens 2020 eine neue grenzüberschreitende Regionalbahnlinie zwischen Trier und Luxemburg eingerichtet werden. Dafür will die luxemburgische Eisenbahn rund 99 Millionen Euro in rollendes Material investieren. Geplant ist, dass die neue Linie in Luxemburg den neuen Haltepunkt Pfaffenthal-Kirchberg anfahren wird. Nach Auskunft des luxemburgischen Transportministeriums soll der Haltepunkt noch vor Jahresende, genauer gesagt am 10. Dezember 2017, in Betrieb gehen.