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Der Nikolaus kann schon drüberfahren

Die Radweg-Lücke an der Sauer zwischen Metzdorf und Wintersdorf soll im November geschlossen sein. Das sagte Lambert Norta vom Landesbetrieb Mobilität. Er erläuterte die Planung im Gemeinderat Langsur.

11.05.2007
Von unserem Redakteur Albert Follmann
Langsur/Ralingen. In der Planung ist der Lückenschluss des Sauertal-Radwegs zwischen Metzdorf und Mesenich seit fast 20 Jahren, nun sollen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Von Juli bis November, so informierte Lambert Norta vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier am Donnerstagabend im Gemeinderat Langsur, soll das 4,2 Kilometer lange und 2,50 Meter breite Teilstück gebaut werden. Bisher müssen Radfahrer, die von Wasserbilligerbrück in Richtung Minden unterwegs sind, zwischen Metzdorf und Wintersdorf auf die B 418 ausweichen.

"Welches Jahr?", witzelte ein Zuhörer, als Norta den Fertigstellungstermin nannte. In der Tat war der Lückenschluss eine langwierige und schwierige Geburt, denn Naturschützer hatten den Klageweg bis hin nach Brüssel gesucht, um die wertvolle Fauna und Flora, die sich entlang der ehemaligen Bahntrasse entwickelte, zu schützen. Der Bau des Radweges sollte unbedingt verhindert werden.

Die Planer hätten dem Umweltschutz eine hohe Priorität eingeräumt, betonte Norta, und machte dem Gemeinderat dies anhand einer Präsentation anschaulich. So wird die Trasse auf 200 Meter Länge auf Einzelfundamente aufgeständert: Die Radweg-Nutzer fahren über ein Rost, abgesichert durch 1,20 Meter hohe Holz-Stahl-Geländer. "Die Feuchtflächen mit den Kleintieren und den wertvollen Farnen und Orchideen bleiben unberührt und bekommen Licht ab", informierte der Planer. Mensch und Natur könnten sich in vorbildlicher Weise begegnen. Norta: "Sie bekommen hier ein einmaliges Kleinod." Als Ausgleichsfläche für den Radwegebau hat der Bund, der das rund eine Million Euro teure Projekt finanziert, eine große Wiese auf Luxemburger Sauer-Seite aufgekauft. Diese soll zu einem Feuchtbiotop umfunktioniert werden.

Für die Unterhaltung des Radweges sind die Gemeinden Langsur und Ralingen zuständig. Man werde sich Gedanken über den Standort einer Raststätte machen, sagte Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Orth, am Katzbach sei dies sicherlich möglich. Zur Einweihung im November soll es ein kleines Fest geben, ob allerdings dem Vorschlag eines Zuhörers gefolgt wird, der ganze Gemeinderat möge als Nikolaus verkleidet die Strecke abfahren, ist mehr als fraglich.

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