region/trierland

Der Platzhirsch hat es wieder mal geschafft

Arnold Schmitt (CDU) holt trotz Stimmenverlusten zum dritten Mal das Direktmandat im Wahlkreis Trier/Schweich

(Trier/Schweich) Arnold Schmitt (CDU) und Ingeborg Sahler-Fesel (SPD) werden auch noch eine dritte Legislaturperiode gemeinsam in Mainz Politik machen. Schmitt gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis Trier/Schweich, Sahler-Fesel zieht über die Landesliste ins Parlament ein. Dossier zum Thema: Landtagswahl 2016

13.03.2016
Albert Follmann
Der Rioler Arnold Schmitt (61) hat zwar etwas Federn lassen müssen, aber er hat gestern zum dritten Mal das Direktmandat im Wahlkreis Trier/Schweich errungen. "Es freut mich riesig für mich, aber es ist enttäuschend, dass wir mit Julia Klöckner nach 25 Jahren nicht den Wechsel im Land geschafft haben."

Das beste Ergebnis hat der Rioler in seiner Heimat-Verbandsgemeinde Schweich eingefahren. "Das macht das flaue Gefühl über das Abschneiden landesweit etwas wett."

Gleich doppelten Grund zur Freude hatte die SPD-Kandidatin Ingeborg Sahler-Fesel (60) aus Schweich-Issel. Zunächst gelang ihr am Samstag in Mehring der Coup, Bezirksschützenkönig zu werden, dann schaffte sie am gestrigen Sonntag souverän den Wiedereinzug in den Landtag. Mit Position 23 war Sahler-Fesel auf der Landesliste der Sozialdemokraten gut abgesichert. Aber auch mit ihrem persönlichen Ergebnis von rund 35 Prozent war sie sehr zufrieden: "Bei den Personenstimmen habe ich gegenüber der letzten Landtagswahl überall zugelegt. Ich werte das als Anerkennung meiner guten Arbeit. Gegen den Platzhirsch Arnold Schmitt hatte ich dennoch keine Chance."

Auch der FDP-Direktkandidat Bernhard Busch (56) ist zufrieden: "Ich liege über dem FDP-Landesergebnis, was natürlich auch mit meiner Tätigkeit als Bürgermeister zu tun hat. Durch meinen Wechsel zur FDP hat die Partei in der Region mehr Aufmerksamkeit erlangt. Das war mein Ziel."

Knapp neun Prozent hat der 44-jährige AfD-Kandidat Thomas Held im Wahlkreis 24 erzielt. Er ist sehr zufrieden, wurde in Mainz aus seiner Heimat Welschbillig über sein Ergebnis auf dem laufenden gehalten: "Das gibt uns Auftrieb, wir wollen auch in die kommunalen Parlamenten Politik machen. In Welschbillig werden wir einen Ortsverband gründen."

Mit rund 6,5 Prozent der Stimmen lag der Grünen-Kandidat Sven Dücker im Wahlkreis 24 besser als das Zweitstimmenergebnis der Umweltpartei. Dücker: "Mit wäre es umgekehrt lieber gewesen. Aber immerhin haben wir den Sprung ins Landesparlament geschafft. Wir haben einen engagierten Wahlkampf gemacht."

Mit gut drei Prozent lag der Linken-Direktkandidat Matthias Koster im Rahmen dessen was er erwartet hatte. Mehr versprochen hatte er sich im Land. "Ich hatte auf rund fünf Prozent getippt, aber es sollte nicht sein." Koster glaubt, dass viele potenzielle Linkswähler am Ende ihr Kreuzchen bei Malu Dreyer und der SPD gemacht haben, um die CDU-Spitzenfrau Julia Glöckner zu verhindern.

Der Wahlkampf habe ihm viel Spaß gemacht, er würde das jederzeit wieder machen, sagt der 20-Jährige. "Ich habe viele positive Rückmeldungen von Leuten bekommen." 

Empfehlungen

Kommentare