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Die neue Regentin ist da

(Waldrach) Waldrach empfängt seine Königin mit Wein, Musik, Gesang, Lob- und Dankesreden. Die beweist bei während Rede, dass Etikette nicht alles ist.

09.10.2017
Silke Jessen
Waldrach Am Ortsausgang Richtung Kasel, am Schild des heiligen Laurentius, herrscht reges Treiben. Sie alle wollen Kathrin, ihre königliche Hoheit, beim festlichen Umzug zum Familienzentrum begleiten: junge Gardetänzerinnen, Weinköniginnen und Prinzessinnen, Mitglieder der Winzertanzgruppe, Musiker der Winzerkapelle, Prominenz und zahlreiche Politiker. Doch zunächst muss ein neues Ortsschild feierlich enthüllt werden. "Dazu spielt ihr einen Tusch", instruiert noch schnell Heinfried Carduck, der Ortsbürgermeister von Waldrach, die Musiker der Winzerkapelle.
Und mit nicht ganz graziler Anmut überwindet Kathrin auf ihren acht Zentimeter hohen, lilafarbigen Pumps das vom Regen aufgeweichte Gras. Gemeinsam mit ihrer Ruwer-Weinprinzessin Luisa, mit Frank-Stefan Meyer, dem ersten Vorsitzenden des Vereins Ruwer-Riesling, und Rainer Krämer, dem Geschäftsführer der Kulturgemeinschaft, enthüllt sie dann das neue Ortsschild. Von nun an lächelt Regentin Kathrin, gemeinsam mit dem heiligen Laurentius, den herannahenden Autofahrern und Passanten zu. Schließlich soll jeder wissen, dass "wir nun Moselweinkönigin sind", so formuliert es etwas später Landrat Günther Schartz in seiner Rede im Familienzentrum. Zu zünftigen Klängen der Winzerkapelle Waldrach setzt sich dann der Festumzug in Bewegung. Gleich neben Kathrin thronen auf dem, mit Reben geschmückten, Festwagen Luisa, Ruwer-Weinprinzessin, und Alina Scholtes, Mosel-Weinprinzessin aus Trittenheim. Das Trio begrüßt die versammelten Gäste mit Gesten ganz im Stil der britischen Königin. Vor dem Familienzentrum haben sich zahlreiche Schaulustige eingefunden. Die Kinder der Kindertagesstätte Waldrach haben für Kathrin liebevoll ein großes Plakat gestaltet und es am Balkongeländer befestigt. Unter den 200 Gästen fällt ein Mann mit einer silbergrauen Pappkrone mit dem Porträt Kathrins auf. Es ist ein treuer Fan von ihr, Bernd Polotzek aus Mehring, der Vater von Kathrins Freund, der auch schon bei ihrer Krönung am 8. September in der Trierer Europahalle mit großem Fanclub zugegen war. Ein Loblied des Kirchenchores Waldrach erklingt: "Welche Freude, welche Wonne, Waldrach hat `’ne Königin. Kathrin strahlt wie eine Sonne, ist für Waldrach ein Gewinn!" Laurentius Lauterbach, Dirigent des Kirchenchores, erklärt mit sichtbarem Stolz: "Die Strophe dieses Liedes habe ich für Kathrin selbst getextet." Nach einem Trinklied des Männergesangvereins findet der offizielle Teil im Familienzentrum statt. Es werden viele Reden gehalten und spritzige Ruwer-Weine ausgeschenkt. Die Redner sind voll des Lobes für Kathrin. So auch Rainer Krämer, Geschäftsführer der Waldracher Kulturgemeinschaft und Winzer. "Wir sind stolz auf dich", schwärmt er. Frank-Stefan Meyer, der erste Vorsitzende des Vereines Ruwer-Riesling, lobpreist Kathrins Persönlichkeit und ihre Souveränität. Ortsvorsteher Heinfried Carduck gesteht voller Rührung: "Wir feiern unsere Königin." Dann schlüpft Kathrin, die 24 Jahre junge Gesundheits- und Krankenpflegerin, die auch Pflegeexpertise in Vallendar studiert, aus ihren Pumps und ergreift entspannt das Mikrofon. Als neu gewählte Repräsentantin von über 5000 Winzern an Mosel, Saar und Ruwer dankt sie nun auf ihre selbstbewusste und souveräne Art all denjenigen, die ihr auf ihrem Weg zur Weinkönigin geholfen haben. Und vielleicht wird sie ja schon im nächsten Jahr zur Deutschen Weinkönigin gekürt. Landrat Günther Schartz macht ihr Mut und feuert sie an: "Wir können das! Schließlich ist das ja hier das Trainingslager für nächstes Jahr!"