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aus unserem Archiv vom 19. Juli 2011
Autor: Katharina HammermannOrt: Steinheim/RosportKommentare: Kommentare zeigenDrucken  E-Mail

Fischsterben in der Sauer geht weiter: Luxemburg will Damm öffnen

Die ganze Nacht waren mehrere Einheiten des Technischen Hilfswerks in Luxemburg im Einsatz. Geholfen hat es offenbar wenig: Der Wasserspiegel der Sauer ist weiter gesunken. Nun will die Luxemburgische Wasserwirtschaftsverwaltung den Damm öffnen. Tausende winzige Jungfische sind bereits verendet.

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Zig- bis Hunterttausende Fischchen sollen sich einem nahezu ausgetrockneten Seitenarm der Sauer befinden - rund die Hälfte der Jungtiere sowie Flussmuscheln konnten die Helfer bisher retten und in der Sauer aussetzen. Auch auf deutscher Seite sind in einem ebenfalls nahezu ausgetrockneten Nebenarm der Sauer Helfer im Einsatz.

Derzeit versuchen die Mitarbeiter des WWV den Kanal, der von den Seitenarmen in die Sauer führt, zu vertiefen, damit möglichst viele Fische hindurchschwimmen können. Aber: "Die ideale Lösung haben wir nicht gefunden", räumt  Jean Paul Lickes vom WWV ein.

Pierre Merten, Grenzegewässerkommisar des luxemburgischen Fischereiverbandes, kritisiert das Vorgehen der Behörden scharf. Er glaubt, dass es möglich gewesen wäre "den Wasserstand zu halten und Tausende Fische zu retten."

Weil bei einem Stauwehr unweit des luxemburgischen Ortes Rosport eine Kaimauer saniert werden soll, wurde der Wasserstand des Grenzflusses um zwei Meter gesenkt. Am Dienstag hat das Gewässer seinen Niedrigststand erreicht – mit unschönen Folgen. Nach Auskunft des luxemburgischen Sportfischerverbandes sind Tausende, vielleicht auch Zigtausende Fische und andere Flusslebewesen verendet.

Seit gestern abend ist das THW in Steinheim in Einsatz, um den Wasserstand der Sauer aufrecht zu erhalten, und die restlichen Fische am Leben zu halten. Das THW ist aus Zell an der Mosel und Theley und Friedrichsthal im Saarland  angerückt, um den Luxemburger Fischern zu helfen.

Die Angler versuchen nun seit Montag in Eigenregie, das Schlimmste zu verhindern. Denn bei Steinheim ist auch ein sogenannter Laicharm – eine stiller Nebenarm der Sauer – vom Trockenfallen bedroht. Und in diesem tummeln sich Tausende Jungfische. Zwar hatte die für die Pegelabsenkung verantwortliche luxemburgische Bauverwaltung eine Pumpe installiert, die den Nebenarm mit Wasser versorgen sollte. Allerdings stellten die Beamten diese nach Auskunft von Jos Scheuer, dem Präsidenten des Anglerverbands und ehemaligen Bürgermeister von Echternach, ab, als sie am Montag um 18 Uhr Feierabend machten. Scheuer erfuhr davon und nutzte seine Kontakte zur Echternacher Feuerwehr, um eine Hochleistungspumpe zu bekommen.

„Sonst hätten wir hier die Katastrophe gehabt“, sagt der Verbandschef, der den luxemburgischen Behörden vorwirft, nicht miteinander zu reden und das alles nicht durchdacht zu haben. Mithilfe eines provisorischen Wehrs kurz vor der Staustufe hätte sich der Schaden seiner Ansicht nach minimieren lassen.

In der Tat scheint den Beamten der luxemburgischen Wasserverwaltung in Steinheim nicht mehr übrig zu bleiben, als den Schaden möglichst gering zu halten. Man könne nur noch retten, sagt ein leitender Beamter. Von den deutschen Behörden ist überhaupt niemand vor Ort. Erst am Dienstagnachmittag informiert einer der luxemburgischen Beamten der Wasserwirtschaftsverwaltung die Struktur- und Genehmigungsdirektion in Trier, woraufhin sich ein Mitarbeiter auf den Weg macht.

Hintergrund: "Das ist eine Sauerei!"


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