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Große Attraktion mit kleinen Schwächen

RUWERTAL. Etwa acht Monate nach der offiziellen Freigabe des Ruwer-Hochwald-Radweges zwischen Trier-Ruwer und – inzwischen – dem Gusterath-Tal kann ein sehr positives Resümee gezogen werden. Die zehn Kilometer lange Strecke ist eine Attraktion geworden.

13.04.2007
Von unserem Mitarbeiter
DIETMAR SCHERF
Es ist ein herrlicher, sonniger Nachmittag, als Maria Thewes mit Tochter Theresa und Sohn David und dessen Freund Carsten Willems aus Kasel auf dem Radweg starten. Sie finden die Strecke zwar sehr bevölkert, aber doch wunderbar geeignet, um mit dem Rad zu fahren. Zwar macht der Arm von Theresa nach einer kurzen Wegstrecke eine Bekanntschaft mit einem Hinweispfosten, doch das ist schnell vergessen angesichts der schönen Landschaft und der vielen Sehenswürdigkeiten. Vom Schrankenwärterhäuschen in Ruwer, dem eigentlichen Einstieg in die zehn Kilometer lange Strecke, führt der Weg zunächst an erschreckend vielem Unrat vorbei: Einkaufstüten, Papierfetzen, Getränkepackungen säumen den Weg.

Positive Seiten überwiegen

Doch der erste Eindruck trügt. Denn auf der weiteren Strecke ist es erstaunlich sauber. Die wenigen Papiertaschentücher, von ihren Besitzern achtlos weggeworfen, stören kaum noch, obwohl auch sie da nicht hingehören. So ist es auch mit den Hundehaufen oder den Pferdeäpfeln. Das herausgerissene Ortsschild am Wegesrand trägt die Handschrift von Vandalen. Erst wenige Wochen ist die neue Beschilderung am Ruwer-Hochwald-Radweg alt. Schon haben sich Zerstörungswütige an dem Schild am Ortseingang von Waldrach vergriffen. Mit roher Gewalt wurde es mehrfach umgeknickt und aus der Verankerung gerissen. Unschön sind aber auch die per Hand auf die Strecke aufgemalten Kilometerangaben und Wendepunkte von Laufvereinen, die sich die Strecke entlangziehen.

Die Schönheit der Natur und die schönen Ausblicke in die Landschaft aber überwiegen. Leicht steigt die Strecke von Ruwer in Richtung Hochwald an. Die Ruwer spielt eine dominierende Rolle und ist auf der gesamten Strecke fast immer zu sehen. Schon nach wenigen Metern überquert der Radler oder Wanderer die erste von insgesamt 14 Brücken. Das Wegstück von Waldrach bis Gusterath-Tal ist in dieser Hinsicht besonders reizvoll. Insgesamt zehn Brücken der unterschiedlichsten Art überfährt der Radler auf diesem Streckenteil. Dabei ist neben den erhaltenen alten Eisenbahnbrücken, die nur durch neue Fahrbahndecken und Geländer befahrbar und sicher gemacht wurden, besonders die Holzbrücke bei Waldrach erwähnenswert. Sie erreicht man von Ruwer aus nach etwa sechs Kilometern. Eine architektonische Besonderheit: Die 39 Meter lange Brücke aus sibirischer Lärche führt die Radfahrer über die Ruwer. Die Stahlträger der ehemaligen Eisenbahnbrücke wurden beim Radwegebau durch sibirische Lärche ersetzt. Als Vorbild diente den Brückenbauern die berühmte Kapellbrücke in Luzern aus dem 14. Jahrhundert. Das Brückendach ist aus moseltypischem Schiefer, das bei schlechtem Wetter nicht nur das Holz schützt, sondern auch Radfahrern Unterschlupf bietet.

Einfach sehenswert

Vorbei an weidenden Schafen, Pferden und Kühen geht der weitere Verlauf des Weges in Richtung Sommerau. Eine Brücke mit tiefem Einblick auf die dahinrauschende Ruwer folgt der anderen. Einfach sehenswert. Die Brücke bei dem kleinsten Ort im Kreis, Sommerau, gewährt einen besonderen Blick auf den Wasserfall und die Burg im Hintergrund. Nur noch wenige Pedalumdrehungen sind es von hier bis zum derzeitigen Ende der Strecke in Gusterath-Tal am Gasthaus "Reh", das zum Verweilen einlädt.

Das nächste Teilstück von Gusterath-Tal bis Pluwigerhammer soll bis zum 15. Juli befahrbar sein. Die dann noch verbleibende Strecke bis zur Hinzenburger Mühle soll bis Ende des Jahres fertig sein. Weitere Infos zum Radweg:  www.ruwer-hochwald-radweg.de.

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