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Infos zur Landtagswahl in Schweich: Erstwähler informieren sich

(Schweich) Das Kinder- und Jugendbüro Schweich hatte Jungwähler eingeladen, sich umfassend über die bevorstehende Landtagswahl zu informieren. Auch fünf Politiker standen den jungen Bürgern Rede und Antwort. Von Politikverdrossenheit unter den 20 Teilnehmenden kann keine Rede sein, im Gegenteil. Dossier zum Thema: Landtagswahl 2016

10.03.2016
Schweich. Maximilian Heinz (19) ist Erstwähler. Noch ist er unschlüssig, welche Partei er am kommenden Sonntag wählen soll. Von der Veranstaltung des Kinder- und Jugendbüros Schweich erhofft er sich neue Denkanstöße. Wählen sei wie Blutspenden, sagt der frischgebackene Abiturient: "Ich kann es tun, ohne dass ich einen Nachteil davon habe, aber ich tue etwas für die Allgemeinheit." Wichtig ist ihm, "dass die Rechten nicht an die Macht kommen und es kein Weimar 2.0 gibt".

Neben ihm sitzt Matthias Kehrbaum. Der Schüler ist erst 15, darf noch nicht wählen, aber er interessiert sich sehr für Politik. "Ich finde es wichtig, sich zeitig, gerade in Anfangszeiten der AfD, gut zu informieren", meint der Teenager. Konrad Breier (19) ist gekommen, "um ein paar Infos mehr über die Parteien zu erhalten". Wählen zu gehen, ist für ihn selbstverständlich, "damit nicht die Falschen wie die NPD an die Macht kommen", sagt der Auszubildende. Am ersten der beiden Veranstaltungsabende erklärt Stefan Henn, Politikwissenschaftler und erster Vorsitzender des Vereins Jugendarbeit in Schweich, einer Handvoll junger Leute anschaulich, wie die Landtagswahl funktioniert. Was wissen die Jugendlichen über die einzelnen Parteiprogramme? Welche Themen interessieren sie? Darum ging es im zweiten Teil. Jugendarbeit, Bildung, Asylpolitik und die innere Sicherheit brennen den Erstwählern auf den Nägeln.

Am zweiten Abend erlebten rund 20 Jungwähler Politiker, die im Wahlkreis Trier/Schweich zur Direktwahl stehen, hautnah: Bernhard Busch (FDP), Sven Dücker (Grüne), Matthias Koster (Linke), Ingeborg Sahler-Fesel (SPD) und Arnold Schmitt (CDU). Laut Dirk Marmann, Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Schweich und Moderator der Infoabende, hatte Thomas Held (AFD) nicht auf die Einladung reagiert. Über diese Themen wurde heftig diskutiert: Mobilität im ländlichen Raum und wie der öffentliche Personennahverkehr jugendgerechter und für junge Menschen bezahlbar gestaltet werden kann, über oftmals fehlende Kulturangebote auf dem Land. Unter anderem kamen das Zentralabitur und die Flüchtlingspolitik zur Sprache.

In einem Punkt waren sich alle Jungwähler und Politiker einig: Solche Veranstaltungen müsste es öfter und nicht nur vor Wahlen geben.
Auch wünschen sich die jungen Leute durch die Bank mehr Informationen und Diskussionen über aktuelle Politik in den Schulen. "Und das nicht erst ab der Oberstufe, wenn überhaupt", meinte eine Erstwählerin. kat