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Klüsserather Krippenfreunde zeigen Sonderausstellung - Exponate aus drei Kursjahren

(Klüsserath) Die Klüsserather Krippenfreunde öffnen bis zum 21. Dezember die Türen ihres Museums zu einer besonderen Ausstellung: Gezeigt werden 50 Krippen, die in den vergangenen drei Jahren in Kursen entstanden sind. Weitere 90 sind in der Dauerausstellung zu sehen. Dossier zum Thema: Topthemen

27.11.2014
Albert Follmann
Klüsserath. 3000 bis 5000 Besucher, so schätzt Klaus Porten, werden in den kommenden drei Wochen am handgeschnitzten segnenden Christkind vorbei ins Klüsserather Krippenmuseum strömen.
Nur alle drei Jahre zeigt der Krippenverein im vereinseigenen Haus in der Ortsmitte Arbeiten, die in den Kursen der Krippenbauschule entstanden sind (siehe Extra). Die Ausstellung dauert von Sonntag, 30. November, bis zum vierten Advent (21. Dezember).

Orient-Krippe für Bischofssitz


Porten, 1982 Mitbegründer der Krippenfreunde und Ehrenpräsident, ist stolz auf die Entwicklung: "Am Anfang dachten noch viele, was wir in Klüsserath machen, sei Kinderkram. Jetzt wird unsere Arbeit akzeptiert und geschätzt." Rund 300 Mitglieder haben die Krippenfreunde in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Kommende Woche wird Klaus Porten bei einem in Kirchenkreisen sehr bekannten Vereinsmitglied eine Krippe aufbauen, die in Klüsserath entstanden ist. Der Regensburger Oberhirte Rudolf Voderholzer hat die drei Meter lange orientalische Krippe für seinen Bischofssitz geordert.
Der Kontakt kam zustande, als Vorderholzer noch Pastor in Kasel (Ruwertal) war. "Er suchte ein Christkind und landete bei uns", so Porten.
Die würdige und wahrhaftige Darstellung von Christi Geburt - das hat sich der Krippenverein zur Maxime gemacht. "Wir kämpfen ein wenig gegen den Weihnachtsmann und die ganze Kommerzialisierung des Festes", bemerkt Präsidentin Pia Madert. Im Mittelpunkt stehe die christliche Tradition, die Menschwerdung Gottes. Dennoch gehen die Krippenmotive weit über die Herbergssuche und den Stall mit dem Jesuskind hinaus. Es gibt eine Vielfalt an Motiven, Formen und Landschaften. Dem Besucher begegnen Krippen aus vielen Kulturkreisen: Heimatgrippen, orientalische Krippen, perspektivische Krippen, Krippen aus Ton, Holz, Papier, ja sogar aus Brotteig, Chromdraht und Steinnuss.
Von einer Pilgerreise aus Bethlehem hat der Krippenverein ein seltenes Exemplar mitgebracht; es zeigt die heilige Familie in einem ausgehöhlten Olivenbaum. Wenn thematisch getrennte Szenen in einer einzigen Landschaft platziert sind, spricht man von einer Simultankrippe. Eine solche ist die in Klüsserath ausgestellte Krippe von Augustin Alois Probst. Der Südtiroler Künstler hat sie Ende des 18. Jahrhunderts mit 75 Figuren ausstaffiert. Zu sehen sind auch mehrere Krippen, die Jugendliche in Kursen gebaut haben.
Öffnungszeiten der Ausstellung: sonntags 11 bis 18 Uhr, werktags 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung. Eintritt inklusive Museum: Erwachsene vier Euro, Gruppen bis zwölf Personen drei Euro pro Person, Kinder bis zwölf Jahre frei.
Weitere Informationen gibt es bei: Präsidentin Pia Madert, Telefon 06502/99163, vorstand@krippenverein.de
Extra
Seit 1990 bietet der Krippenverein Klüsserath Kurse an. Das Angebot reicht vom Schnitzkurs für Figuren und Tiere bis zum Kalligrafiekurs. Es gibt spezielle Kurse für Beleuchtung und Botanik, fürs Hintergrundmalen, modellieren und kaschieren. Auch Kinderkurse werden angeboten. Die Ausbildung zum Krippenbaumeister dauert vier Jahre und vermittelt Kenntnisse über orientalische und heimatliche Krippen. Im vierten Jahr wird selbstständig das Meisterstück gebaut, eine eigene Krippe. alf Infos über Kurse und Verein unter www.krippenverein.de