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Mit Holz und Schiefer zur Auszeichnung

Landkreis Trier-Saarburg ehrt fünf Bauherren im Wettbewerb "Vorbildliches Bauen" - Harmonie mit dörflicher Umgebung

(Trier/Saarburg) Drei Wohnhäuser, eine Schreinerei und ein Gartenhaus sind beim Wettbewerb "Vorbildliches Bauen im Landkreis Trier-Saarburg" prämiert worden. Sie zeichnen sich durch eine besondere Nachhaltigkeit und Verbindung zur Region aus. Der TV stellt sie vor.

12.04.2015
Christina Libeaux
Trier/Saarburg. Holz dominiert beim zwölften Kreiswettbewerb "Vorbildliches Bauen". Drei der fünf ausgezeichneten Gebäude haben eine Verkleidung aus dem Naturmaterial. Nachhaltigkeit war eines der Kriterien, nach denen die Gewinner ausgesucht wurden. Während einer Feierstunde im Bürgerzentrum Schweich erhielten die ausgezeichneten Bauherren eine Urkunde und eine Geldprämie.
Die Laudatoren hoben in ihren Ansprachen hervor, dass sich die Häuser der meist dörflichen Gegend, in der sie stehen, unterordneten und mit dem Bestand harmonierten.
Aus 17 eingereichten Vorschlägen hatten die Jurymitglieder des Kreisausschusses sowie des Architektenbeirats fünf Häuser ausgesucht, die eine vorbildliche, zukunftsorientierte Bauweise auszeichnet. Ein weiteres Kriterium war, wie sich die Gebäude in die Bestandsbauten integrieren.
Der Wettbewerb wurde von der Stiftung Zukunft in Zusammenarbeit mit dem Architektenbeirat und der Handwerkskammer organisiert. Die Sparkasse Trier stiftete die Preisgelder.
Die ausgezeichneten Bauten stellen wir auf dieser Seite vor.

Wohnhaus Welsch
in Igel-Liersberg

Bauherrin: Gabriela Welsch. Planung: agriplan s.à r.l., Diplom-Ingenieurin Gabriela Welsch, Mersch, Luxemburg.
Das Einfamilienwohnhaus von Gabriela Welsch ist ein Neubau in Igel-Liersberg (Verbandsgemeinde Trier-Land). Die Planung sei recht schnell gegangen und habe gerade einmal zwei Monate in Anspruch genommen, berichtet Welsch. Allerdings habe sie vor dem Baubeginn im September 2009 bereits über zehn Jahre lang immer wieder Details gesammelt, bei denen sie gedacht habe: "Wenn du mal baust, dann so." Bei der eigentlichen Planung sei es dann nur noch darum gegangen, die Details zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen und auszusortieren, was nicht passe.
Das Gebäude fügt sich in das bestehende dörfliche Ensemble ein. Teilweise ist es traditionell mit Sandstein gemauert. Im Inneren finden sich Zementfliesen. Die Jury lobte, das Haus sei von Licht durchflutet, modern und freundlich. Beheizt wird es mit Erdwärme. Die vierköpfige Familie, die im September 2010 eingezogen ist, kann sich auf 140 Quadratmetern ausbreiten.
Welsch ist stolz auf die Auszeichnung. "Es ist eine Bestätigung, dass man es gut gemacht hat."

Wohnhaus Equart
in Mertesdorf

Bauherrin: Sabine Equart. Planung: Architekt Carsten J. Schulz, Rameldange, Luxemburg.
In Mertesdorf (VG Ruwer) baute Sabine Equart eine alte Scheune aus dem 19. Jahrhundert in ein modernes Wohnhaus um. Zwei Jahr dauerten die Planung und die Umsetzung. Das ortstypische Gebäude sei erhalten worden und trage zur Attraktivität des Ortskerns bei, erklärte die Jury. So ist die neue Fassade der alten nachempfunden und das Dach mit regionstypischem Schiefer gedeckt.
Eine Besonderheit im Inneren sind die freigelegten Wände aus Schieferbruchstein. "Ich hatte die Hoffnung, dass die Steine überall so schön sind", sagt Equart. Dem war leider nicht so. Nachdem zunächst der gesamte Putz abgeschlagen worden war, mussten große Teile der Innenwände neu verputzt werden. Auch die steile Hanglage und die feuchte Rückwand des Gebäudes waren eine Herausforderung. "Jeden Tag eine neue Katastrophe", fasst sie die Bauarbeiten schmunzelnd zusammen.
Durch die Auszeichnung gewinne sie noch einmal "einen ganz neuen Blick" auf ihr Haus.

Schreinerei Holzlust
in Schweich-Issel
Bauherr: Schreinerei Holzlust, Johannes Kreten. Planung: Hein & Pawelke Architekten, Trier
Die Möbelschreinerei Holzlust sah sich 2010 vor dem Problem, dass das bestehende Gebäude zu klein wurde. Rund ein Jahr lang wurde an einem großen Erweiterungsbau geplant. Ebenso lange dauerten die Bauarbeiten, während denen der Schreinereibetrieb weiterlief. Klar war von Anfang an, dass mit Holz gebaut werden sollte. "So konnten wir viel in Eigenleistung machen", erklärt Johannes Kreten, darunter die Fassadenverkleidung aus Lärchenholz und der Innenausbau.
Die Fenster in der zur Straße liegenden Giebelseite geben den Blick frei auf den Raum zur Endmontage der Möbel. Passanten können so immer wechselnde Produkte sehen. Kreten denkt noch gerne an die Bauphase zurück und daran, "wie die Fassade gewachsen ist". Umso größer war die Freude, dass sie mit dem Bau auch einen Preis gewinnen konnten.
Die Jury hob in ihrer Laudatio das Zusammenspiel von Tradition und Zeitgenössigkeit hervor. Formal sei das Projekt zwar einfach, zeige aber eine Hingabe zum Detail. Haus Hombach
in Saarburg-Krutweiler
Bauherren: Rebecca und Markus Hombach, Saarburg. Planung: Diplom-Ingenieur (FH) Markus Hombach, Trier.
Eine "moderne Scheune im Cottage-Style" nennt Markus Hombach das von ihm für seine Familie entworfene Haus in Saarburg-Krutweiler.
Die Jury betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Architekten, der Design und Ingenieurwesen zusammenführe. An dem einfachen Gebäude mit der ruhigen Fassade fällt der Kamin besonders auf. Dabei hat sich der Bauherr laut eigener Aussage in Schottland inspirieren lassen. Allerdings dient der Kamin nicht zum Heizen, sondern verbirgt in sich einen Großteil der Haustechnik wie zum Beispiel die Belüftung.
Um die klaren Linien beizubehalten, wurde auch die Entwässerungsrinne nach innen hinter die Holzfassade gelegt. Das Fallrohr steckt ebenfalls im Kamin.
Mit 111 Quadratmetern sei das Haus relativ klein für eine dreiköpfige Familie, aber man habe keinen Platz verschenkt. Es gibt ein Treppenhaus und einen Flur, von dem aus alle Räume zu erschließen sind.
"Es ist ein klarer Mehrwert, wenn man von Kollegen Anerkennung für seine Arbeit bekommt", freut sich Markus Hombach über die Auszeichnung im Wettbewerb "Vorbildliches Bauen".
Gartenhaus in Gusenburg
Bauherrin: Giulia Weber, Gusenburg. Planung: Joachim Weber, Geschäftsführender Gesellschafter im Architekturbüro Manfred Müller & Partner, Trier.
Dass ein Gartenhaus nicht immer Veranda und Sprossenfenster haben muss, zeigt das Exemplar im Garten von Giulia und Joachim Weber in Gusenburg (VG Hermeskeil). Die Idee entstand an einem Wochenende, die Umsetzung nahm eine Urlaubswoche in Anspruch. "Wir haben das Projekt komplett selbst gebaut", sagt Joachim Weber stolz.
Giulia Weber schätzt das Licht-Schatten-Spiel im Inneren. Es entsteht, wenn die Sonne durch die Verkleidung aus Fichte fällt.
Eine Besonderheit ist, dass die Verkleidung an einer Seite einklappbar ist, so dass die große Fensterfront dahinter frei wird.
Umgekehrt wirkt das geschlossene, beleuchtete Gartenhaus in der Dunkelheit wie eine weithin sichtbare Laterne.
Das natürlich patinierte Material harmoniere mit dem Wohnhaus, begründete die Jury ihre Entscheidung. Das Gartenhaus zeige, dass es sich auch lohne, sich um zunächst Nebensächliches zu kümmern.