region/trierland
04.10.2011
Anke Scholz

Noch keine Lösung für Newel in Sicht

(Newel) Während in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer eine Lösung in Sachen DSL in Sicht ist, bleiben Gemeinden wie Newel in der VG Trier-Land weiterhin unterversorgt, wenn es um schnelles Internet geht.

Newel. Nach der Aussicht auf schnelles Internet wurden die Neweler Ende vergangenen Jahres bitter enttäuscht. Der Grund: Vodafone - nach der Telekom der zweitgrößte Internetanbieter in Deutschland - hatte angekündigt, den Ort in der VG Trier-Land mit LTE (Long Term Evolution, siehe Extra) zu versorgen. Doch schon kurz nach Inbetriebnahme scheiterte diese Lösung, weil durch die Frequenzen das luxemburgische Fernsehprogramm gestört wurde. Die Antenne wurde kurzerhand wieder abgeschaltet.
"Anstatt aber nun das technische Problem zu lösen, zum Beispiel durch eine Neuausrichtung der Antenne, blieb das Netz bis zum heutigen Tage abgeschaltet", schreibt Marc Salm in einer E-Mail an den Trierischen Volksfreund. Er selbst wohnt in Newel und zählt sich zu "den Glücklichen", die in dem Ort mit knapp 800 Einwohnern DSL Light nutzen können. "Nur ist DSL Light in der heutigen Zeit weit entfernt von zeitgemäß", meint Salm.
Der Meinung ist auch Matthias Mohn, Ortsbürgermeister von Newel. Er selbst geht auch über diese Lösung ins Internet. "Ich zahle für eine Übertragungsrate von 1100 Kilobit (1,1 Megabit) pro Sekunde, es kommen aber nur 300 (0,3 Megabit) pro Sekunde bei mir an", sagt er. Besonders schlimm treffe die schlechte Internetversorgung aber diejenigen Haushalte, die auch DSL Light nicht nutzen können. "Alle Leitungen sind belegt. Wer DSL Light also jetzt nicht hat, bekommt es auch nicht mehr." Mohn kann die Neweler verstehen, wenn sie sich über die schlechte Anbindung an die Datenautobahn aufregen. "Ich kann nur leider auch nichts machen", sagt er. Er habe den "Glauben daran verloren", dass schon bald über einen anderen Anbieter eine Lösung in Sicht ist.
Bei der VG Trier-Land ist der Internetnotstand in Newel bekannt. "Wir suchen krampfhaft nach Möglichkeiten und stehen ständig in Kontakt mit anderen Firmen", berichtet Bauamtsleiter Werner Monzel. Neben dem Ortskern von Newel sollen auch die Ortsteile Butzweiler, Beßlich und Lorich von einer neuen Lösung profitieren. Wie die aussehen und vor allem, wann diese umgesetzt werden wird, weiß aber auch Monzel nicht. Die VG habe auch mit dem Unternehmen RWE Gespräche geführt, das eine Lösung wie in der VG Ruwer auch für Newel angedacht hat. LTE (Long Term Evolution) ist die vierte Mobilfunkgeneration. Der Ausbau ist deutlich günstiger als Glasfaser, nutzt bestehende Funkmasten und hat eine Reichweite von bis zu zehn Kilometern. Mit einem einzigen Standort kann auf diese Weise eine vergleichsweise große Fläche versorgt werden. Das macht den Aufbau von schnellem Internet im ländlichen Raum wirtschaftlich machbar. red

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