aus unserem Archiv vom 10. Juni 2012

Pluwiger Jugend mischt sich ein

Gemeinsam mit Jugendpflegerin Julia Eiter (VG Ruwer) haben insgesamt 16 Teenager ihren Ort am vergangenen Wochenende genauer inspiziert und direkt im Anschluss auch Gehör im Gemeinderat gefunden. Ganz offiziell in der Pluwiger Kommunalpolitik mitreden werden ab sofort Jannik Ittenbach (13) und Franziska Simon (17).

Pluwig. "Eigentlich wollte ich mir nur mal angucken, wie das hier so ist. Aber jetzt bin ich auf jeden Fall positiv überrascht", sagt Jannik Ittenbach (13), einer der beiden neuen Jugendvertreter im Pluwiger Gemeinderat. Zur Wahl hat sich der Achtklässler (Friedrich-Wilhelm-Gymnasium) aufstellen lassen, "weil ich es persönlich für wichtig halte, sich in der Gemeinde zu engagieren, und den anderen zeigen will, dass dann auch wirklich etwas passiert". Auch Elftklässlerin Franziska Simon (Auguste-Victoria-Gymnasium) will sich jetzt viel mehr einmischen und vor allem für "mehr Verbindung unter den Teenagern im Dorf" sorgen. "Auch wenn heute noch viele Jugendliche mehr hätten kommen können, haben wir ja gehört, dass es durchaus Kritikpunkte gibt", sagt die 17-Jährige. Und genau diese bringen die 16 anwesenden Jugendlichen im Anschluss an die Dorfinspektion mit Jugendpflegerin Julia Eiter auch bei den Gemeinderatsmitgliedern vor: "Uns ist aufgefallen, dass wenig Gemeinschaft bei der Pluwiger Jugend besteht. Das liegt auch daran, dass es hier keinen geeigneten Treffpunkt für Teenager gibt", sagt eine junge Frau.

Treffpunkt im Freien fehlt


"Am schlimmsten ist, dass durch den Bau des Mehrgenerationenplatzes jetzt auch noch der Bolzplatz wegfällt", sind sich vor allem die Jungs einig. In Pluwig fehle schlichtweg ein Jugendtreff - und zwar drinnen wie draußen, kritisierten die Jugendlichen.
Der im Bürgerhaus zwar vorhandene Jugendraum sei durch veraltete Technik und zum Teil fehlende Sanitäranlagen uninteressant - ein Platz im Freien durch schwindende Grünflächen komplette Fehlanzeige, sagen die Teenager.
Ortsbürgermeister Wolfgang Annen sagt: "Was die Technik im Jugendraum betrifft, - holt euch Angebote ein und bringt mir die Rechnungen. Wenn das finanziell alles im Rahmen bleibt, wird der Gemeinderat der Letzte sein, der das ablehnt."
Auch den Vorschlag von Lukas Gerlach (14), statt eines kostenaufwendigen Neubaus der Sanitäranlagen einen entsprechenden Container hinter dem Jugendraum aufzustellen, notierte sich Annen. Und was den Treffpunkt im Freien betrifft, antwortete Annen: "Wir haben total viele Grünflächen hier in Pluwig. Man kann natürlich einen Platz für euch schaffen, aber das heißt ja noch nicht, dass sich da auch jemand trifft."
Konkret bot der Gemeindechef den Jugendlichen Mitspracherecht beim Bau des geplanten Mehrgenerationenplatzes an. Franziska Simon: "Ich bin sicher, dass jetzt auch was passiert. Ich habe mit meinen Vorgängern gesprochen, und die haben mir bestätigt, dass man hier im Gemeinderat immer Gehör findet und gute Tipps bekommt." anf


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