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Sportler schwitzen, Fans feiern im Vorgarten

Anfeuerungsrufe und Partymusik am Straßenrand begleiten 20-Stunden-Radmarathon rund um Fell

(Fell/Thomm) Auch die sechste Auflage des 20-Stunden-Radmarathons ist Anlass für die Menschen gewesen, am Straßenrand zu feiern. 180 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Das Open-Air-Konzert ist wiederholungsverdächtig.

28.06.2011
Katja Bernardy
Fell/Thomm. Ein Gartenstuhl, ein Grill, ein Bier: Die Party am Straßenrand kann beginnen. Zahlreiche Feller Bürger haben sich bereits zum Start des Kiddie-Rennens am Samstagnachmittag gemütlich in ihren Vorgärten positioniert.
Damit die Fahrer ihr Bestes geben, wird laut gegrölt oder in die Tröter gepustet. Und manchen Zuschauern juckt es in den Beinen. "Ich würde auch mal gerne mitfahren", meint Rosi Schleimer (70) aus Fell. Sie denkt dabei an eine sportliche Ü-60- oder Ü-70-Runde, die der Veranstalter nächtes Jahr vielleicht anbieten könnte. Während ältere Zuschauer Pläne schmieden, bekommen die rund 150 Open-Air-Besucher in der Kurve auf dem bekannten Fell-Thommer-Berg mit der Gruppe Proof aus Konz-Oberemmel mächtig was auf die Ohren.

Radler sind auch nachts aktiv


Direkt nebenan auf der Strecke quälen sich die Sportler im Rhythmus von AC/DC- oder Metallica-Klassikern den höllischen Berg Meter um Meter hoch.
"Hier draußen müssen weitere Konzerte stattfinden", meint Michael Bauer von der Jugendgruppe der Bergmannskapelle Fell, die das Open Air organisiert hatte, am nächsten Morgen.
Während die Musik längst verstummt ist, erzwingen die Radfahrer weiterhin mühsam den Berg, bevor sie weiter durch Thomm fahren. Auch dort wird gefeiert und angefeuert. Teilweise sind die Radsportler durch die Nacht gefahren. Schlaflos steht auch Hans-Peter Jakobs von der Streckensicherung in der Morgensonne.
"Etwas müde, aber es geht", sagt er. Bereits acht Mal habe er die Strecke passiert, aktuelle Stände durchgegeben und nach dem Rechten auf dem rund 17 Kilomter langen Rundweg geschaut - allerdings bequem im Auto. Behaglich ist auch die Stimmung im Fahrerlager am Feller Sportplatz. Wer nicht fährt, ruht. Einer der Teilnehmer ist Ronald Sönnichsen aus Mülheim an der Mosel. "Das Rennen hat einen sehr familiären Charakter", meint der Einzelfahrer. Sönnichsen ist zum vierten Mal dabei. Mittlerweile gebe es schon Stammplätze im Fahrerlager.
Einiges hat sich beim Radmarathon rund um Fell mittlerweile eingeschliffen. Das sagt Günter Steffgen vom Radsportverein Schwalbe Trier. Gemeinsam mit dem Sportverein Fell organisiert der Verein das Radspektakel. Zufrieden ist auch Helmut Irmisch, Bereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes Schweich. "Es ist ruhig", meldet er am frühen Nachmittag. Mit dem letzten Zieleinlauf der Radfahrer waren auch die Anfeurungsrufe in Fell und Thomm verstummt.
Gartenstühle, Grill und Bier waren weggeräumt. Bis zum nächsten Jahr, wenn der Berg wieder ruft.