Chaos im unteren Ruwertal: Die Orte Mertesdorf, Kasel und Waldrach sind von dem gestrigen Unwetter am stärksten heimgesucht worden. Es gab Erdrutsche, Keller waren überflutet und Straßen gesperrt. Feuerwehrleute versuchten, einen Dammbruch bei einem Regenrückhaltebecken zu verhindern.
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Mertesdorf/Kasel/Waldrach. Gewitter und Starkregen sorgten gestern am frühen Abend für Dauereinsätze der Feuerwehren im Ruwertal. Alleine 50 Einsatzstellen gab es nach Auskunft von Josef Hartmann, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Ruwer, in Mertesdorf, Kasel und Waldrach. Etwa eine Stunde lang, von 17 bis 18 Uhr, regnete es ungewöhnlich stark. Etwa 150 Feuerwehrleute von 15 Wehren waren im Dauerstress: Sie pumpten Keller von Wohnhäusern aus und räumten Straßen frei, die durch umstürzende Bäume oder Erdrutsche an Weinbergshängen unpassierbar wurden. In der Ortsmitte von Waldrach hatte sich soviel Wasser gesammelt, dass die Landesstraße 149 in Richtung Ruwer gesperrt werden musste.
Laut Wehrleiter Hartmann war auch die Rheinstraße in Trier-Ruwer in Höhe der Metzgerei Haag überflutet - es gab kein Durchkommen mehr. "Es kam alles ganz schnell", sagt Anwohner Hans Schneider, "das Wasser lief von der Kirche in einem Sturzbach herunter." Auch der Ruwerer Ortsteil Eitelsbach war abgeschnitten. Zwischen der Raulsmühle und Lonzenburg, Nähe Gusterath, musste die Straße gesperrt werden, weil ein Strommast umstürzte.
Einen besonders heiklen Einsatz hatten die Feuerwehrleute im Neubaugebiet von Mertesdorf, unweit des Sportzentrums. Dort drohte der Damm eines Regenrückhaltebeckens zu brechen, weil es vollgelaufen war. Mit Hilfe zweier Tauchpumpen und einem Schutzwall aus Sandsäcken gelang es der Feuerwehr, die Situation zu entschärfen und die angrenzenden Häuser vor großen Schäden zu bewahren.
In der Verbandsgemeinde Schweich war Kenn am stärksten betroffen. "Stellenweise verherrend", so der Kommentar von VG-Wehrleiter Alexander Loskyll. Mehrere Straßenzüge seien von Geröll und Schlamm überzogen. Die Feuerwehren der halben Verbandsgemeide Schweich waren im Einsatz, unterstützt von Räumfahrzeugen des Technischen Hilfswerks (THW) und von Privatfirmen.
Ein Anwohner in Trier-Ruwer kämpft gegen den Schlamm an der Kirche.
Knöcheltief steht das Wasser in der Rheinstraße in Ruwer.
Ein Feuerwehrmann bringt eine Frau aus ihrem Haus, das überflutet wurde.
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