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aus unserem Archiv vom 03. Februar 2012
Ort: TrierKommentare: Kommentare zeigenDrucken  E-Mail

Verriet Jura-Professor seiner Lebensgefährtin die Prüfungsaufgabe?

Muss eine ehemalige Trierer Jura- Referendarin eine längst bestandene Prüfung wiederholen, weil ihr ein Professor, mit dem die junge Frau liiert war, das Thema angeblich verraten hat? Mit dieser heiklen Frage befasst sich heute das Oberverwaltungsgericht.

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Besser hätte die mündliche Prüfung für die Absolventin kaum laufen können: Mit einem sehr gut bestand die Trierer Jura- Studentin vor fast drei Jahren ihr Wahlfach Steuerrecht. Ein wenig überrascht mögen die vier Prüfer seinerzeit nur deshalb gewesen sein, weil die Kandidatin bis dato in ihrem Studium nicht gerade durch Top-Leistungen aufgefallen war. Auch im schriftlichen Examen vor dem mündlichen kam die Triererin gerade mal auf ein knappes Ausreichend. Beim Mainzer Landesprüfungsamt glaubt man zu wissen, wie es zu der plötzlichen Leistungsexplosion kam: Der Freund soll das in der mündlichen Prüfung behandelte Fallbeispiel im Vorfeld gekannt und der Lebensgefährtin verraten haben. Ein Szenario, das zumindest denkbar ist. Aber hat es sich auch wirklich so zugetragen? Fakt ist: Der Freund der Kandidatin war im Mai 2009 Jura-Professor in Trier. Weil er selbst Steuerrecht prüfte, kannte er auch den Fall, mit dem sich an diesem Tag alle Prüflinge zu befassen hatten. Auch seine Lebensgefährtin, die der Professor allerdings nicht selbst prüfte. Aber hat er sie im Vorfeld geimpft? Beide bestreiten dies energisch. Die ehemalige Kandidatin sagt, dass sie viel gelernt habe. Und der Professor sagt, dass er mit seiner Freundin viel geübt habe. Nicht glaubwürdig, befand das Prüfungsamt und ordnete eine Wiederholung der mündlichen Prüfung an. Dagegen klagte die Ex-Referendarin und gewann vor dem Trierer Verwaltungsgericht. Es sei nicht nachgewiesen, dass die Frau getrickst habe, urteilten die Richter. Dagegen legte das Prüfungsamt Berufung ein, die jetzt vor dem Koblenzer Oberverwaltungsgericht verhandelt wird. Ein Urteil wird es nach Angaben eines Gerichtssprechers aber heute noch nicht geben. Der Trierer Jura-Professor lehrt inzwischen an einer Uni in Süddeutschland. Und die ehemalige Referendarin arbeitet angeblich in einer international tätigen Anwaltskanzlei. sey



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