Das Stefan-Andres-Schulzentrum (SAZ) verändert sich zurzeit nicht nur baulich. Auch am Angebot wird ständig gefeilt. Darüber hat die Schule Eltern beim Tag der offenen Tür informiert: Ab kommendem Schuljahr können Fünftklässler sowohl Englisch als auch Französisch bilingual wählen. Das France-Mobil warb für die Sprache der Nachbarn.
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Claire Koch, Referentin des France-Mobils, nimmt Kindern die Angst vor der angeblich schweren Fremdsprache Französich. TV-Foto: Katja Bernardy
Schweich. Rund 1100 Schüler besuchen derzeit das SAZ, Gymnasium und Realschule plus, in Schweich. Hunderte Eltern drängten sich am Tag der offenen Tür in dem Schulgebäude. Sie nahmen Infos entgegen und ließen die insgesamt 26 Präsentationen von der Gestaltung einer Homepage bis hin zur Modenschau mit Kleidern aus Müll auf sich wirken. Auf großes Interesse stieß das France-Mobil, eine Initiative der Robert-Bosch-Stiftung und der französischen Botschaft: Zwölf Referenten fahren deutschlandweit Schulen und Institutionen an, um für Französisch als Fremdsprache zu werben.
Fachoberschule: dritter Antrag
Claire Koch, eine der Dozentinnen, kam mit dem Mobil nach Schweich. In ihrem Wagen hatte sie alles dabei, um Kinder und Eltern spielerisch in die Sprache schnuppern zu lassen: CDs, einen Würfel, eine bunte Karte von Frankreich. Am Herzen lag ihr, mit dem Klischee aufzuräumen, Französisch sei "schwer und uncool". An der Freude der Kinder beim Raten, wo welche Stadt liegt, oder dem stolzen Gesichtsausdruck nach dem zögerlichen Nachsprechen einiger kurzer Sätze in Französisch war Begeisterung abzulesen.
Dass das France-Mobil im SAZ war, hatte einen besonderen Grund: "Ab kommendem Schuljahr bieten wir Französisch und Englisch bilingual an", erklärte Raimund Mirz, Schulleiter des Gymnasiums. Das heißt: Eine Stunde zusätzlich wird in einem Sachfach wie Erdkunde oder Biologie in den jeweiligen Fremdsprachen unterrichtet. Welches Fach dies sei, entscheide sich nach dem Nebenfach des Sprachlehrers, sagte Mirz. Für den bilingualen Unterricht kämen nur Fünftklässler mit entsprechenden Schulnoten - zwei und drei in Mathe, Deutsch und Sachkunde - infrage.
Einerseits freue sich Mirz über das neue Angebot im Bereich Fremdsprachen, andererseits sei er "sehr böse darüber", dass das Ministerium die Errichtung der Fachoberschule (FOS) an der Realschule plus zum zweiten Mal abgelehnt habe.
Darüber, was eine Fachoberschule für das SAZ bedeutet, informierten die Elternsprecher Claudia Wirtz und Jürgen Müller. Der zweijährige Bildungsgang biete ein großes Plus an Aufstiegsmöglichkeiten nach der zehnten Klasse. "Vor allem, dass die Realschulen plus im mittleren Westen von Rheinland-Pfalz bislang leer ausgegangen sind, ärgert uns maßlos", sagte Müller. Auf einer Landkarte hatten sie die FOS-Wüste sichtbar gemacht. "Wir geben nicht auf", sagten sie den interessierten Eltern und Schülern. Laut Raimund Mirz soll ein dritter Antrag gestellt werden.
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