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Wie schmeckt Europa?

Schüler aus sieben Ländern lernen sich über die Themen Kochen und Reisen besser kennen

(Mertesdorf) Die Grundschule Mertesdorf-Kasel nimmt am zweijährigen europäischen Projekt "Comenius-Schulpartnerschaften" teil. Zum Auftakt waren auch Vertreter aus den sieben teilnehmenden Nationen ins Ruwertal gekommen.

12.11.2012
Katja Bernardy
Mertesdorf. "Was heißt Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion auf Englisch?", fragt Regierungsschuldirektorin Margret Meier achselzuckend in die Runde und plaudert mit einer Lehrerin aus Spanien. Bernhard Busch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer, spricht spanisch. Sein zweijähriger Aufenthalt in Südamerika vor seiner Zeit als VG-Chef kommt ihm dabei zugute.
So rege wie die Gespräche unter Lehrkräften aus sieben Ländern, Kommunalpolitikern und der Vertreterin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier soll auch der Austausch unter den Kindern der Grundschule Mertesdorf-Kasel und anderen Schülern in den kommenden zwei Jahren werden. So lange nämlich nehmen sie am EU-Programm "Comenius-Schulpartnerschaften" (siehe Extra) teil. Klingt abstrakt, wird aber mit dem gewählten Projekt ganz konkret: Es heißt: "Der 12-Sterne-Meisterkoch Ratatouille - Reisen und Essen in Europa". Die Kinder werden auf vielfältige Art regionale Essgewohnheiten und Besonderheiten kennenlernen.
Thomas Feiten, Grundschullehrer aus Mainz, der das Projekt gemeinsam mit seiner Kollegin Heike Miemietz koordiniert, erklärt: "Die Schüler werden sich gegenseitig Rezepte zusenden, kochen, Briefe schreiben, und einige werden sich auch besuchen." Eine gemeinsame Internetseite, die immer aktuell zeigen wird, was in den teilnehmenden Ländern - Belgien, Deutschland, Estland, Luxemburg, Rumänien, Spanien und Türkei - los ist, ist im Aufbau.
Dass die Bewerbung aus dem Ruwertal, am Comenius-Projekt teilzunehmen, erfolgreich war, ist wohl vor allem ein Verdienst der Schulleiterin Sonja Sommer. Denn große Begeisterung klang mit, als die Schulchefin von ihrem Studienjahr in Spanien und ihrer langjährigen Arbeit an europäischen Schulen in Luxemburg und England berichtete. "Wir sind eine kleine Schule mit 90 Schülern, sechs Kinder haben einen Migrationshintergrund, und wir sind sehr verwurzelt in unseren Dörfern", sagte Sommer. Auch vor diesem Hintergrund sei es wichtig, Kontakte zu anderen Nationen zu knüpfen.
In zwei Jahren soll ein gemeinsames "Koch- und Reisebuch" von den gemachten Erfahrungen und dem Gelernten erzählen.
Wie Gedichte und Lieder im Ruwertal klingen - auch auf Platt - zeigten die Kinder den Gästen aus den verschiedenen Ländern: ein kleiner Vorgeschmack auf die Eigenheiten, die alle voneinander entdecken werden.
Extra
Comenius ist das Programm für die schulische Bildung im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen der Europäischen Union. Es ermöglicht innovative Wege der Zusammenarbeit und Partnerschaft schulischer Einrichtungen in Europa. Mit der Durchführung des Programms in Deutschland ist der Pädagogische Austauschdienst als nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich beauftragt. (Quelle: Pädagogischer Austauschdienst der Kultusministerkonferenz) kat