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aus unserem Archiv vom 04. Juli 2007
Autor: Von unserem Redakteur Friedhelm KnoppOrt: Drucken  E-Mail

Wirbelsturm zerfetzt Fichtenwald

Die sommerlichen Wetterkapriolen in der Region nehmen kein Ende. Auf Hagel- und Stark regen in den vergangenen Wochen folgte nun eine neue Variante: Am Ortsrand von Kordel tobte am Dienstagabend ein Wirbelsturm.

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Kordel. Es handelte sich um ein örtlich sehr begrenztes Phänomen. Die meisten Bewohner Kordels bemerkten am Dienstag ein eher "normales" Gewitter mit etwas Starkregen. Erhöhte Windgeschwindigkeiten oder gar Sturmböen traten nicht auf. Bekanntlich ist man im Ort an der Kyll Schlimmeres gewohnt. Die Bewohner der Butzweiler Straße oberhalb des Ortszentrums entgingen jedoch nur knapp einer Katastrophe - wobei sie das Ausmaß der überstandenen Gefahr erst erkennen konnten, als schon alles vorbei war.

 

Spur der Verwüstung bis hinunter zur Bahn

Die Spur der Verwüstung zieht sich vom einst bewaldeten Steilhang hinter der Butzweiler Straße bis hinunter an den Bahnkörper entlang des Ramsteiner Wegs. Tonnenschwere Fichtenstämme liegen abgeknickt wie Streichhölzer im Hang. Von zerfetzten Buchen stehen nur noch die Stämme. Glück im Unglück hatten die Anwohner der Butzweiler Straße: Der Wirbelsturm war zwischen den Häusern hinunter ins Tal gerast. Nur knapp verfehlte er das Haus von Familie Wagner. Hinter dem Anwesen stand einst ein Wald aus alten hohen Fichten. Nun bilden die Reste der Nadelbäume ein undurchdringliches Gewirr, und es herrscht freie Sicht bergauf. Das Haus der Wagners und der Garten sind hingegen übersät von abgerissenen Zweigen, Fichtenzapfen und den Resten kleinerer Pflanzen.

"Nicht auszudenken, wenn die Windhose oder gar eine der Fichten unser Haus direkt getroffen hätten. Unter dem Dach schliefen meine fünf und neun Jahre alten Enkelkinder", sagt Herbert Wagner, während er zusammen mit seinem Sohn Volkmar versucht, das Haus von den Baum- und Pflanzenteilen zu befreien. Und Ehefrau Inge meint: "Ich wohne seit 1958 hier an der Straße und habe das noch nicht erlebt." Ihr Sohn Volkmar: "Ich saß am Computer, als es plötzlich krachte. Dann knallten schon die ersten Äste und Zapfen ans Fenster. Es dauerte höchstens eine Minute, dann war wieder Ruhe."

Revierförster Hans-Peter Prümm geht anhand der Zerstörungen im alten Fichtenbestand davon aus, dass die Windhose mit maximal 200 km/h durch das Gehölz gerast war. "Obwohl es sich um ein schwer zugängliches Gelände handelt, muss der Windwurf so schnell wie möglich abgeräumt werden, oder wir haben hier im Spätsommer eine Käferplage", sagt Prümm, der zunächst die Eigentümer des zerstörten Privatwaldes ausfindig machen muss. Prümm: "Der Forst gehört einer über Deutschland verstreuten Erbengemeinschaft."




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