Noch länger dauert die Anfahrt bei Einsätzen etwa in Schöndorf oder Bonerath. So verrinnen oft wertvolle Minuten, die je nach Zustand eines Notfallpatienten über Leben und Tod entscheiden können.
Um die angespannte Situation zu entschärfen, wurde im Bereich Pluwig/Gusterath eine Ersthelfergruppe (First Responder) eingerichtet. Die ehrenamtlichen Retter sind in der Lage, am Patienten lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten. Sie ersetzen aber keineswegs ein professionelles Rettungsteam, das über ein Fahrzeug mit moderner Notfallmedizin-Technik verfügt. Zudem sind die ehrenamtlichen Ersthelfer beruflich gebunden und stehen insbesondere an Werktagen nicht unumschränkt zur Verfügung. Die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer und die betroffenen Ortsgemeinden arbeiten daher seit einiger Zeit auf eine eigene Rettungswache mit Standort in Pluwig hin. Der Verbandsgemeinderat bekräftigte diese Absicht in seiner jüngsten Sitzung am 16. Dezember (der TV berichtete). Als praktikable Lösung wird nun die Einrichtung einer "Nebenwache" in Pluwig gesehen. Diese Außenstelle der Konzer DRK-Wache wäre mit einem Rettungswagen bestückt und ständig mit zwei hauptamtlichen Rettungssanitätern besetzt. Auch Wolfgang Reiland, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands, hält diese Lösung für unbedingt erforderlich und machbar. Reiland: "Entscheidend ist nun, das mit dem Kreis und den Krankenkassen, den wesentlichen Kostenträgern, Einigung über die Finanzierung erzielt wird. Die Gespräche laufen." Ein positives Signal kommt zudem von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. "Auch die Kreisverwaltung als zuständige Rettungsdienstbehörde hält nach umfassender Prüfung eine Rettungswache als Außenstelle im Bereich der VG Ruwer für erforderlich. Entsprechende Gespräche mit den Kostenträgern werden in Kürze beginnen", erklärt KV-Sprecher Thomas Müller.Von Friedhelm Knopp
Die Klagen über die schlechte Notfallversorgung im Raum Gusterath, Pluwig und Schöndorf sind kein Jammern auf hohem Niveau, sondern sie entsprechen den bitteren Erfahrungen Betroffener. 20 Minuten Wartezeit und mehr, in denen der Erkrankte oder Verunglückte womöglich mit dem Leben ringt, sind eindeutig zuviel. Damit kein Missverständnis entsteht: Die Klagen über zu lange Anfahrtszeiten sind kein Vorwurf in Richtung der Konzer DRK-Retter. Die können einfach nicht schneller kommen. Nicht geschmälert werden soll auch das Engagement der ehrenamtlichen Ersthelfer, die bisher in vielen Fällen schon Schlimmes haben verhindern können. Doch diese Helfer ersetzen mit ihren zeitlich und technisch beschränkten Möglichkeiten keine professionelle Rettungswache. Angesichts der heutigen Lage ist eine Nebenrettungswache in Pluwig kein Luxus, sondern ein Muss.
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