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Der Traum aller Autofahrer

Projektgruppe der Fachhochschule Trier schneidet bei europäischem Wettbewerb glänzend ab

(Trier/Rotterdam) Toller Erfolg für das Team Protron von der Fachhochschule Trier: Beim Shell Eco-Marathon in Rotterdam war das Hochschulteam mit einem zweiten und dritten Platz bestes Team unter 181 Mannschaften.

23.05.2012
Heribert Waschbüsch
Trier/Rotterdam. Bei Benzinpreisen jenseits der 1,60 Euro pro Liter wünscht sich so mancher Autofahrer ein spritsparendes Fahrzeug. Was den Verbrauch angeht, ist der Wettbewerb Shell Eco-Marathon Europe wegweisend. Vor wenigen Tagen fand im niederländischen Rotterdam die 28. Auflage statt - mit dabei 40 Studenten des Protron-Teams der FH Trier.
Und die Studenten um Teamleiter Matthias Jungbluth waren nicht nur dabei, sondern mit ihren beiden Fahrzeugen, dem Protron III und dem Aeris, in der absoluten Spitzenklasse. "Wir sind immer alle noch ganz schön platt, aber auch ziemlich stolz und zufrieden", sagt Jungbluth, doch mit dem Erfolg sind die Trierer mehr als zufrieden. Der Protron III konnte in der Prototypenklasse erstmals Platz zwei der Brennstoffzellenfahrzeuge erreichen. "Mit einer Kilowattstunde ist das Fahrzeug 357 Kilometer weit gefahren", erklärt der Projektleiter. Würde man die Energie aus Benzin gewinnen, käme ein solches Fahrzeug mit einem Liter Benzin 3200 Kilometer weit. Für jeden Autofahrer ein Traum.

Immer neue Ziele



Auch die Projektteilnehmer sind begeistert: "Damit wird deutlich, dass auch im sechsten Jahr der Teilnahme an diesem internationalen Wettbewerb im Fahrzeug noch neue Effizienz-Potenziale erschlossen werden können. Vor allem die Reproduzierbarkeit und Konstanz der Ergebnisse zeigen, dass die Qualität des Fahrzeugs und das Know-how in der Wahl der optimalen Betriebsparameter weiter zugenommen haben."
Obwohl dieses Ergebnis bereits am vorletzten Tag feststand, hat es sich das Team nicht nehmen lassen, in der letzten Nacht noch einmal alles auf eine Karte zu setzen: Das gesamte Brennstoffzellen-Antriebssystem wurde zerlegt und neu aufgebaut, um hard- und softwareseitig eine völlig neue Betriebsweise zu realisieren. Dies geschah in der Hoffnung, den Vorsprung noch weiter auszubauen, erläutert Jungbluth. "Auch wenn am Ende damit keine zusätzlichen Kilometer mehr erreicht werden konnten, war es eine unglaubliche Leistung", findet er.
Das zweite Fahrzeug der Trie rer, der Aeris, belegte einen guten dritten Platz in der Klasse der Battery Electric Urban Concepts. Jungluth: "Dabei darf nicht vergessen werden, dass das Fahrzeug mit seiner Konzeption als geräumiger Zweisitzer mit Straßenzulassung schon fast außer Konkurrenz fährt und mit seinem dadurch bedingten höheren Gewicht ein erhebliches Handicap gegenüber den reinen Wettbewerbsfahrzeugen hat." Das Fahrzeug kam mit der Energie von einer Kilowattstunde 185 Kilometer weit. Mehr als 40 000 Zuschauer sahen sich den Wettbewerb in Rotterdam an.
Entsprechend stolz kann die Fachhochschule Trier auf ihre Protron-Projekt-Gruppe sein. Keine Mannschaft schaffte es, zwei Fahrzeuge gleichzeitig in der Spitzengruppe zu platzieren.
Extra
Mit guten Ergebnissen für die 24 teilnehmenden Teams aus Deutschland ging der 28. Shell Eco-Marathon zu Ende. Bei den Prototypen mit alternativen Antrieben verwiesen die Deutschen die Konkurrenz auf die Plätze. In der Klasse für Elektromobilität holte das Team der Hochschule Lausitz den ersten Platz (732 Kilometer). Platz vier und fünf gingen an das Tufast Eco Team der TU München (570 Kilometer) und die Schluckspechte der Hochschule Offenburg (553 Kilometer). In der Klasse Solar erreichten die Balinger von der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule erfolgreich den ersten Platz (770 Kilometer). Auf den dritten Platz fuhr das Solarmobil vom Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin (410 Kilometer). In der Klasse Hydrogen landete das Team der FH Trier auf dem zweiten Platz (357 Kilometer). Fortis Saxonia von der TU Chemnitz schaffte den 7. Rang (218 Kilometer) gefolgt vom Team Hydro2Motion der Münchner Hochschule für Angewandte Wissenschaften auf den 9. Platz (136 Kilometer). In der Kategorie der straßentauglichen UrbanConcept Fahrzeuge mit alternativen Antrieben räumten die deutschen Teams ab. Mit Abstand vor der Konkurrenz fuhren die Balinger mit ihrem Solar-Glider auf den ersten Platz (157 Km). Bei den Elektromobilen landeten gleich drei deutsche Teams unter den ersten zehn: Team Protron der FH Trierer auf Rang drei (185 Kilometer), das Team Ruppin Jet vom Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin auf Rang vier (176 Kilometer) und das Team mobileo vom Mindener Leo-Sympher Berufskolleg auf Rang 9 (93 Kilometer). red