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"Meine Rote-Teufel-Anleihe sorgt für Gespött"

Das Büro des Chefs: Zu Besuch in Prüm bei Michael Simonis, Vorstandsmitglied der Volksbank Eifel Mitte eG

(Prüm) Tee oder Kaffee? Fotos von der Familie oder Kunstdrucke? Schnitt- oder Topfblumen? In dieser Serie besucht der Trierische Volksfreund Chefs von Unternehmen und Organisationen der Region Trier in ihrem Büro. Seit Kurzem neu: Wir nehmen auf dem Chefsessel Platz und zeigen, welcher Blick sich von dort eröffnet. Heute ist der TV zu Gast bei Michael Simonis in Prüm. Er ist Mitglied des Vorstands der Volksbank Eifel Mitte eG.

01.06.2014
Ariane Arndt-Jakobs
Die Einrichtung meines Büros habe ich fast vollständig von meinem Vorgänger übernommen. Er hatte erst ein halbes Jahr zuvor neue Möbel ausgesucht, und mir haben sie gefallen. Wobei ich mich nicht unbedingt für einen Besprechungstisch mit Glasplatte entschieden hätte - da wischt man am Tag doch öfter einmal drüber, damit es ordentlich aussieht. Vor sieben Jahren bin ich in dieses Büro gezogen.

Auf der gleichen Etage arbeiten alle Bereichsleiter, die für den Vertrieb zuständig sind, sowie die Vertriebsunterstützung und das Sekretariat.

In meinem Büro sieht es meist ordentlich aus. Ein voller Schreibtisch ist oft ein Zeichen schlechter Organisation und nicht von viel Arbeit. Im Sideboard hinter meinem Schreibtisch stehen alle wichtigen Ordner und Unterlagen griffbereit.
Nach wie vor lese ich Texte am liebsten vom Papier und drucke mehrseitige E-Mails gerne aus. Daher habe ich noch immer einen eigenen Drucker im Büro.

An den Wänden meines Büros hängen drei große Naturfotografien. Sie zeigen einen oberitalienischen See, die Ostsee und die Drei Zinnen in den Dolomiten -alles Urlaubsziele meiner Familie. Von meiner Tochter und meinem Sohn habe ich zwei Fotos aufgestellt und ein Bild, das meine Tochter Lena im Kindergarten gemalt hat.

Schließlich habe ich noch etwas aufgehängt, das ab und an spöttische Bemerkungen hervorruft: eine Schuldverschreibung über 100 Euro des 1. FC Kaiserslautern - ich bin Fan der Roten Teufel. Ich habe im Übrigen nicht die Absicht, die Schuldverschreibung einzulösen - ich sehe sie als Unterstützung meines Fußballvereins und als Auslöser für Diskussionen über den Fußball.

Wenn ich keine Außentermine habe, gehe ich mittags in der Stadt essen - diese Zeit nehme ich mir ganz bewusst. Ich habe eine relativ feste Route, in welches Lokal ich an welchem Wochentag einkehre. Prüm bietet ein sehr gutes Angebot an tollen Restaurants.

Von meinem Büro aus könnte ich in den bepflanzten Innenhof der Volksbank blicken. Ich sage "könnte", da ich stets die hellen Schiebegardinen vor die Fenster ziehe, da sich gegenüber Wohnbebauung befindet. Das ist eine Frage der Diskretion, wenn ich hier mit Kunden sitze.
Mein Arbeitsweg beträgt von Stadtkyll aus, wo ich zu Hause bin, circa 20 Kilometer - morgens und abends nutze ich die Fahrt zum Telefonieren. Das Handy stelle ich abends und am Wochenende nicht aus. Die betrieblichen Telefonate halten sich jedoch in dieser Zeit sehr in Grenzen.

Im Urlaub deaktiviere ich die E-Mailfunktion an meinem Handy, da ich ansonsten, selbst bei großer Disziplin, mich irgendwann mit den Nachrichten beschäftige. Selbst wenn dann nur eine unangenehmere Nachricht dabei sein sollte, kann diese den Urlaub verhageln. Wenn etwas Wichtiges sein sollte, bin ich natürlich telefonisch erreichbar.
Im Büro trage ich immer Anzug und Krawatte - das gehört einfach dazu. Wenn ich ein Banker sein will, muss ich mich auch als Banker kleiden. Es gibt nur eine Ausnahme: An Weiberdonnerstag komme ich in Jeans. Eine Krawatte habe ich dann natürlich auch an ...
Extra
Michael Simonis arbeitet seit 1991 bei der Volksbank Eifel Mitte in Prüm. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann war er als Firmenkundenbetreuer tätig. 2001 wurde er Bereichsleiter Firmenkunden und Prokurist. Vier Jahre lang studierte er nebenberuflich am Wochenende BWL mit Abschluss Diplom-Betriebswirt. An der Akademie Deutscher Genossenschaften in Montabaur bildete er sich zum Diplom-Bankbetriebswirt fort. Seit 2007 bildet der heute 42-Jährige zusammen mit Rainer Berlingen den Vorstand der Volksbank Eifel Mitte. Die Genossenschaftsbank hat 15 000 Mitglieder. 200 Angestellte arbeiten an 14 Standorten in den Verbandsgemeinden Prüm, Speicher, Gerolstein, Hillesheim und Obere Kyll. arn volksbank-eifel-mitte.de

 

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