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Nahezu lautlos durch die Region

Orten Electric-Trucks präsentiert Elektro-Lastwagen - Optimal für die Innenstadt

(Bernkastel-Kues) Mit einem zu 100 Prozent mit Elektrizität betriebenen LKW geht die Bernkastel-Kueser Firma Orten an den Markt. Der Orten E 75 ist serienreif. Es gibt auch schon Interessenten.

18.11.2015
Hans-Peter Linz
Bernkastel-Kues. Wer in den vergangenen Tagen in der Umgebung von Bernkastel-Kues einen nahezu lautlosen LKW gesehen hat, wird wohl eine Begegnung mit dem ersten Elektro-LKW aus Bernkastel-Kues gehabt haben. Orten Electric-Trucks, ein neues Geschäftsfeld des Bernkastel-Kueser Fahrzeugbauers Orten, hat den ersten serienreifen Elektro-LKW vorgestellt. Wer sich hinter das Steuer setzt, muss sich umgewöhnen. Keine Kupplung, keine Schaltung, noch nicht mal ein Fahrtstufenwähler wie bei einem Automatikgetriebe.
Stattdessen ein simpler Schalter: "vorwärts", "rückwärts" und "neutral" ist darauf zu lesen. Nach dem Zündschlüsselumdrehen hört man dann doch etwas - aber das Geräusch kommt nicht vom Motor, sondern vom Kompressor der Hydraulikanlage, die das Bremssystem auf Arbeitsdruck bringt.
Dann kehrt wieder Stille im Führerhaus ein. Schalter auf "vorwärts" stellen und sachte aufs Gaspedal treten. Und schon fährt der LKW fast völlig geräuschlos an. Tritt man das Gaspedal weiter runter, spürt man aber dennoch die 1150 Newtonmeter Drehmoment, die der Elektro-Antrieb auf die Antriebsachse bringt.

7,5-Tonner-LKW


Der Orten E 75 ist ein 7,5-Tonner auf Basis eines handelsüblichen mit Diesel betriebenen LKW und wird zu 100 Prozent elektrisch betrieben.
"Es ist ein optimaler LKW für die Innenstadt-Belieferung", sagt Alexandra Orten, die für Marketing und Business Development zuständig ist. Besonders der nahezu lautlose Antrieb mache ihn auch für Nachtbelieferung in dicht bewohnten Gebieten interessant.
Zudem habe man durch einen Aufbau in Leichtbauweise die Nutzlast sogar auf 130 Prozent steigern können. "Wir mussten durch den Einbau der Batterien Gewicht sparen. Dazu haben wir einen Leichtbaukoffer entwickelt und damit letzten Endes sogar Nutzlast gewonnen", erläutert Wilhelm Kemmnitz von der Entwicklungsabteilung. Im Vergleich zum Diesel-Modell (1750 Kilo Nutzlast) habe man nun 2300 Kilogramm Nutzlast zur Verfügung. Das Fahrzeug hat eine Reichweite von circa 100 Kilometern, abhängig von der Streckencharakteristik. Der Motor leistet 122 PS. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 Stundenkilometer. Erste Gespräche mit potenziellen Kunden wurden bereits geführt.

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