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Update: Zoo von Amnéville stellt Insolvenzantrag

(Amnéville) Trotz eines Besucherrekords steckt der Zoo von Amnéville, etwa 90 Kilometer von Trier entfernt, in einer finanziellen Krise. Nach einer gescheiterten Umschuldung hat der Zoo am Donnerstagnachmittag einen Insolvenzantrag gestellt.

07.01.2016
Thomas Zeller
Eigentlich war 2015 eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Zoos von Amnéville (bei Metz). Mehr als 631.000 Besucher kamen in den französischen Tierpark. Das bedeutet ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz stieg ebenfalls auf 18,2 Millionen Euro. Zudem hätte das Unternehmen 2015 einen Gewinn von etwa zwei Millionen erwirtschaftet, sagte Zoodirektor Michel Louis France Bleu, einem Lokalsender des staatlichen Rundfunks, Radio France.

Dass der Zoo dennoch Insolvenz anmelden musste, hat mit der Verschuldung des Tierparks zu tun. Das Unternehmen musste zeitnah eine Kreditlinie von viereinhalb Millionen Euro bedienen.

Seit vergangenem Frühjahr bemüht sich Louis um eine Umschuldung. Sein Plan war es, die Rückzahlungsfrist von sieben auf zehn Jahre zu verlängern. Immerhin habe das Unternehmen zuvor Millionen in neue Attraktionen, wie die im vergangenen Jahr eröffnete Tigerwelt, investiert. Im Spätsommer sei die Einigung mit dem Bankenkonsortium jedoch überraschend geplatzt. Nur neun der zwölf beteiligten Kreditinstitute hätten der Umschuldung zugestimmt. Seitdem hatten beide Seiten um einen Kompromiss gerungen.

Trotz des Umstands, dass der Zoo das gesündeste Jahr in seiner wirtschaftlichen Geschichte hatte, sei der Weg in die Zwangsverwaltung unvermeidlich gewesen, sagte Louis dem Sender. Trotz der Insolvenz sei zunächst nicht mit der Kündigung von Mitarbeitern zu rechnen.





 

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