"Heute für morgen handeln - Erfolgsfaktoren für neues Wachstum" - unter diesem Motto steht das VI. Unternehmerforum Wittlich, das in diesen Tagen rund 160 Unternehmer und Führungskräfte sowie 40 Schüler beschäftigt.
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Adidas-Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer hat mit der Unternehmensstrategie „Route 2015“ viel vor: Er möchte den Gewinn des Konzerns von 565 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren verdoppeln. TV-Foto: Klaus Kimmling
Wittlich. Während vor der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge Wittlich zwei Dutzend Menschenrechtler gegen angebliche Hungerlöhne in Nähfabriken des Sportartikel-Herstellers Adidas in Mittelamerika protestieren, zeichnet im Innern des Konferenzgebäudes der Vorstandsvorsitzende der Adidas AG ein anderes Bild. "Wir befinden uns permanent in einem Spannungsfeld. Und auch wir sind nicht perfekt und können Fehlverhalten nicht ganz ausschließen", gesteht Herbert Hainer beim VI. Unternehmerforum Wittlich. Aber mit den vor 13 Jahren verabschiedeten Arbeitsplatzstandards würden die Zulieferer verpflichtet, diese einzuhalten, betont er zum Auftakt der renommierten Tagung.
Neues Konzept für Umweltschutz
Und so stellt Hainer den Unternehmern und Führungskräften aus der Region Trier die verbesserten Arbeitsbedingungen als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des weltweit agierenden Sport- und Bekleidungskonzerns vor. Immerhin arbeiten rund 46 000 Menschen direkt bei Adidas, weitere 550 000 Beschäftigte sind über Zulieferer ausschließlich für das Unternehmen tätig. Andere Teile der Nachhaltigkeitsstrategie sind der Umweltschutz, wonach in den kommenden Jahren eine komplette Umstellung der Baumwollkollektionen auf sogenannte Bio-Baumwolle (Better Cotton) ansteht, und soziale Projekte. Deshalb wird Adidas seit Jahren in verschiedenen Indizes aufgelistet.
Wer Marktführer in seiner Branche werden wolle, müsse einerseits die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter anpassen (Adidas hat eine internationale Schule gegründet und baut nun eine Kindertagsstätte mit 110 Plätzen) und Forschung und Entwicklung fördern. "Innovationen sind tägliche harte Arbeit", sagt Hainer. Und so produziert das Unternehmen jährlich 220 Millionen Paar Schuhe, jedes halbe Jahr werden 15 000 neue Artikel auf den Markt gebracht; die sollen vor allem in den USA, China und Russland als Hauptabsatzregionen Fuß fassen. Als Global Player sei es wichtig, feste Wurzeln zu haben, sagt der "Manager des Jahres 2010" und 57-jährige Vorstandschef. "Nur weil man sich international ausrichtet, heißt das ja nicht, keine Heimat zu besitzen", sagt er. Folglich bekennt sich Hainer zum Standort Herzogenaurach mit seinen 23 000 Einwohnern. Etwas, das Wittlichs Bürgermeister Joachim Rodenkirch gern aufgreift: "Auch hier gibt es mit 17 000 Arbeitsplätzen auf 19 000 Einwohner innovative Unternehmer, für die nicht das Maß des Möglichen, sondern das Erreichbare wichtig ist." Die Stiftung Stadt Wittlich richtet seit 1996 als Schirmherrin in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier (Inmit) das Unternehmerforum Wittlich aus. Als Ehrenvorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Stadt Wittlich hat der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs den Auftakt referenten Herbert Hainer gewonnen. Immerhin war Friderichs 19 Jahre lang Adidas-Aufsichtsrat. Weitere Grußworte zum Beginn der Tagung kamen vom neuen Uni-Präsidenten, Professor Michael Jäckel, und dem Betriebswirtschaftsprofessor Rolf Weiber. Der hat nach dem Tod des Inmit-Mitbegründers Axel G. Schmidt im Dezember 2010 den Posten des Vorstands übernommen. sas
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